Ernährung von Welpen: das richtige Futter finden

Ein gesunder Welpe ist ein glücklicher Welpe. Die richtige Ernährung ist entscheidend für gute Abwehrstoffe, einen robusten Magen und ein starkes Immunsystem – und bildet die Basis dafür, dass dein tapsiger Junior genug Power hat, um herumzutollen, zu spielen und alles Neue kennenzulernen.

In seinen ersten Lebenswochen nimmt ein Welpe alle wichtigen Nährstoffe und Vitamine über die Muttermilch auf. Nach der Entwöhnung von seiner Mutter solltest du deinem Vierbeiner auch ein auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Welpenfutter anbieten, damit sein Wachstum ideal gefördert wird und sich dein Liebling gesund entwickelt. Wir erklären dir, was du für eine gesunde Fütterung beachten musst.

Inhaltsstoffe: Welches Welpenfutter ist das beste?

Dein Welpe wird in den ersten Lebenswochen schnell wachsen, während sich sein Verdauungs- und Immunsystem nur verhältnismäßig langsam entwickeln. Unterstütze das gesunde Wachstum, indem du von Anfang an bei der Wahl des Welpenfutters auf Qualität setzt und darauf achtest, dass alle Inhaltsstoffe für die spezifischen Bedürfnisse deines Hundekindes vorhanden und passend dosiert sind.

Wichtige Inhaltsstoffe im Welpenfutter sind:

  • wasserlösliche Vitamine (B1, B2, B6)
  • fettlösliche Vitamine (A, D, E, K)
  • Calcium
  • Phosphor
  • Ballaststoffe
  • Proteine und Kohlenhydrate

Unser Tipp: Achte bei deiner Wahl des Welpenfutters auf ein abgestimmtes Calcium-Phosphor-Verhältnis. Welpen können einen überdosierten Calcium-Gehalt noch nicht über den Kot absetzen. Zuviel Calcium könnte zu Fehlbildungen am Skelett heranwachsender Junghunde führen.

Futterarten: Wie füttert man einen Welpen richtig?

Fütterst du lieber Trockenfutter oder Nassfutter? Reicht Alleinfutter aus, um den Tagesbedarf an Mineralstoffen und Vitaminen zu decken oder benötigt dein Welpe Ergänzungsfutter? Mach’ dir vor dem Einzug deines Lieblings Gedanken zur Fütterungsart und bleibe bei deiner Entscheidung. Eine abrupte Futterumstellung in der Wachstumsphase kann Fehlbildungen oder eine ungesunde Entwicklung des Verdauungssystems zur Folge haben. Besonders große Rassen haben häufig einen höheren Bedarf an bestimmten Mineralstoffen, Proteinen und Kohlenhydraten, da sie besonders schnelle Wachstumsphasen in kurzen Zeitabständen durchlaufen. Stellst du nach einer gewissen Zeit fest, dass dein kleiner Liebling eine höhere Dosierung bestimmter Nährstoffe benötigt, kannst du diese über Ergänzungsfutter verabreichen. Mit dem richtigen Futter unterstützt du die gesunde Entwicklung deines Vierbeiners, um späteren Problemen am Skelett oder an den Muskeln vorzubeugen. Wir stellen dir einige Fütterungsarten kurz vor:

Kommerzielle Fütterung

Die bekannteste und am meisten verbreitete Art ist die Fütterung von Alleinfutter, also Trockenfutter oder Nassfutter. Alleinfutter für Welpen ist mit allen wichtigen Mineralstoffen, Ballaststoffen, Vitaminen und weiteren Bestandteilen angereichert, so dass im Normalfall die Fütterung mit Ergänzungsmitteln nicht notwendig ist.

Unser Tipp: Kohlenhydrate liefern deinem Hund wichtige Energie. Leider führen sie in Form von zu viel Zucker und Getreide in der Nahrung zu übermäßigem Körpergewicht und Verdauungsproblemen und möglicherweise zu schmerzhaften Blähungen. Du kannst deinen Welpen alternativ schonend und gesund mit Kohlenhydraten versorgen, indem du getreidefreies Futter wählst und Kohlenhydrate zufütterst. Gekochte, ungesalzene Kartoffeln eignen sich hierfür besonders.

BARF

Du kannst bei deinem Welpen direkt nach seinem Einzug mit dem sogenannten “Barfen” beginnen. Bei dieser Fütterungsart wird rohes Fleisch genutzt, das der Zusammensetzung eines Beutetieres entspricht. Da jedoch nicht alle Bestandteile eines Tieres verwertet werden, muss jede Mahlzeit mit wichtigen Nährstoffe durch Ergänzungsfutter oder Obst und Gemüse angereichert werden. Möchtest du Barfen, solltest du dich unbedingt zu der richtigen Umsetzung fachlich beraten lassen, um Fehlfütterung zu vermeiden – so bleibt dein Liebling gesund.

Prey-Methode

Diese Methode ist eine Abwandlung des Barfens: Du fütterst deinem Welpen komplette Beutetiere (Pflanzenfresser) wie zum Beispiel Kaninchen, Enten und Wachteln, für die Ernährung großer Hunde eignen sich beispielsweise auch Lämmer. Diese frisst dein Liebling mit allen Bestandteilen, das heißt inklusive Fleisch, Organe, Fell, Blut und Mageninhalt. So ist dein Vierbeiner mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt und du musst keine Ergänzungsmittel zufüttern. Wie beim Barfen ist es auch hier wichtig, dass du dich vorab fachmännisch beraten lässt.

Wachstum: Warum füttert man Welpenfutter?

Hundefutter ist gleich Hundefutter? Nein! Obwohl du annähernd die gleichen Inhaltsstoffe im Welpenfutter finden wirst, die auch für das Futter erwachsener Hunde verwendet werden, erkennst du den Unterschied in der Dosierung folgender Nährstoffe:

  • Proteine/Eiweiß: Ein wichtiger Bestandteil in der Nahrung, zur Unterstützung eines funktionierenden Immunsystems und Stoffwechsels, ist das Rohprotein. Dies umfasst alle Bausteine der Proteine, Peptide und Aminosäuren und ist im Hundefutter unabdingbar. Während die Nahrung für erwachsene Hunde etwa 20-22 % Rohprotein beinhaltet, enthält das Welpenfutter für Welpen und Junghunde ca. 30 %.
  • Fette/Fettsäuren: Um deinen Welpen bei der Entwicklung seines Verdauungssystems zu unterstützen, wird Welpenfutter häufig mit Leinöl oder Fischöl angereichert. Die darin enthaltenen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren helfen dem Körper fettlösliche Vitamine aufzunehmen und zu verarbeiten.
  • Rohasche: Dein Welpe braucht in seinen ersten Lebenswochen viel Calcium, welches die Knochen stärkt und ein gesundes Wachstum des Skeletts unterstützt. Jod regelt die Funktion der Schilddrüse, Zink stärkt das Immunsystem deines Welpen und sorgt für elastische Haut. Magnesium und Eisen fördern die Durchblutung und stärken das Muskelgewebe sowie die Gelenke. Trockenfutter enthält ca. 2-3 % Rohasche, ist im Welpenfutter jedoch höher dosiert.

Mahlzeiten: Wie oft soll man seinen Welpen füttern?

Der Magen deines Hundekindes ist noch sehr klein und kann nur geringe Futtermengen aufnehmen und verarbeiten. Daher solltest du die tägliche empfohlene Futtermenge deinem Welpen in kleinen Portionen über den Tag verteilt reichen. So kann sein unvollständig entwickeltes Verdauungssystem das Futter verarbeiten und du beugst unangenehmen Folgen wie Durchfall oder Verstopfung vor. Füttere deinen Welpen etwa bis zum 6. Lebensmonat viermal täglich, zwischen dem 7. und 12. Lebensmonat kannst du die Anzahl auf drei Mahlzeiten am Tag reduzieren. Ist dein Liebling eine kleinbleibende Rasse, kannst du die Fütterung bereits vor dem 12. Lebensmonat auf zwei Mahlzeiten täglich herabsetzen.

Unser Tipp: Lege einen Fütterungsplan für deinen Welpen an. Per Erinnerungsfunktion auf deinem Smartphone kannst du diesen besonders gut planen und überblicken. So kannst du kontrollieren, ob der tägliche Bedarf gedeckt ist und das Wachstum sowie die Gewichtszunahme deines Hundewelpen dokumentieren.

Futterumstellung: Wie lange füttert man Welpenfutter?

Ab wann stellt man Welpenfutter auf Erwachsenenfutter um? Grundsätzlich solltest du deine kleine Fellnase bis zum Ende des 9. Lebensmonats mit Welpenfutter versorgen. Eine Ausnahme sind die besonders großen Rassen über 60 cm Schulterhöhe: diese benötigen bis zum Ende ihres ersten Lebensjahres Welpenfutter. Überlege vor der Futterumstellung genau, welche Fütterungsart du für das weitere Leben deines Hundes wählen möchtest und gehe in kleinen Schritten vor: Mische dafür über einen Zeitraum von rund 10 Tagen nach und nach mehr von dem neuen Futter unter die Welpennahrung, bis es letztendlich vollständig ausgewechselt ist.

Nun hast du einen groben Überblick erhalten, was für eine gesunde und angemessene Ernährung zu beachten ist. Nimmt dein Welpe trotzdem zu schnell zu, leidet er unter Blähungen oder andauerndem Durchfall, ist vermutlich eine schnelle Futterumstellung nötig. Dein Tierarzt kann über unterschiedliche Untersuchungen wie z. B. die Analyse eines Blutbildes oder einer Kotprobe feststellen, welche Nährstoffe dein kleiner Liebling in höheren Dosen benötigt und ob Unverträglichkeiten oder andere mögliche Erkrankungen vorliegen.

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