Katze oder Kater: Was passt zu mir?

Du hast bereits die Entscheidung getroffen, einen samtpfotigen Mitbewohner ins Haus zu holen und freust dich schon sehr darauf. Es bleibt aber noch eine Frage zu klären: Katze oder Kater? Wir zeigen dir, wie du das Geschlecht eines Kitten erkennst, nennen typische Verhaltensweisen von Kätzinnen und erklären dir die Unterschiede zu Katern.

Geschlecht bei Kitten erkennen: So gelingt’s

Auf der Suche nach dem passenden Mitbewohner besuchst du möglicherweise einen Züchter. Viele kleine Kätzchen kommen dir neugierig entgegen, andere Kitten beobachten dich zögerlich aus der Ferne. Nur ein Katzenkind spielt forsch mit deinen Schnürsenkeln und schon steht es fest: Genau das Kätzchen soll es sein! Natürlich möchtest du nun wissen, welches Geschlecht dein künftiges Haustier hat, damit du einen geeigneten Namen finden und dich schon vorab über alle geschlechtstypischen Eigenschaften informieren kannst.

Hebe zur Geschlechtsbestimmung das Katzenjunge vorsichtig hoch und drehe es in deinem Arm auf den Rücken. Der Schwanz klappt automatisch nach unten und legt damit das Geschlecht frei. Dies sind die Erkennungsmerkmale:

  • Weibchen: Direkt unter der Schwanzwurzel befindet sich der After und nur mit sehr geringem Abstand darunter die Vulva. Diese ist als Schlitz erkennbar und ähnelt optisch einem “i”.
  • Männchen: Der After befindet sich selbstverständlich an der gleichen Stelle wie bei den Kätzinnen. Bei dem Kater ist darunter jedoch ein größerer Abstand, denn dort bilden sich später die Hoden. Erst ein Stück weiter unten findest du eine weitere runde Öffnung, worin sich der Penis befindet.

Was verrät das Fell übers Katzengeschlecht?

Oftmals ist ein Kitten in seinen ersten Lebenswochen noch zu klein, was es schwierig macht, das Geschlecht zu erkennen. Manchmal kannst du auch anhand der Fellfarbe mutmaßen:

  • Dreifarbige Katzen (Schildpattmuster), auch Glückskatzen genannt, sind in der Regel weiblich, da die Musterung in drei Farbtönen zwei X-Chromosomen voraussetzt. Kater besitzen eine solche Musterung nur dann, wenn ihre Gene zwei X-Chromosomen und ein Y-Chromosom aufweisen.
  • Rote Katzen sind hingegen häufig männlich. Zwar gibt es auch rote Kätzinnen, doch diese Farbe ist bei den Katern weiter verbreitet, denn Weibchen übernehmen sie nur, wenn beide Elterntiere Rot-Tiger sind.

Unser Tipp: Die Fellfarbe ist ein unsicheres Indiz. Sind die Kitten noch zu klein um das Geschlecht eindeutig zu bestimmen, warte daher noch 1–2 Wochen und prüfe erneut. Viele Züchter lassen das Geschlecht der Kitten ohnehin direkt beim Tierarzt bestimmen und markieren die Kleinen mit blauen oder roten Bändchen.

Verhalten: Hier unterscheiden sich Katze und Kater

Jede Katze ist individuell und unterschiedlich aktiv. Doch auch das Geschlecht trägt dazu bei, wie sich die Samtpfoten verhalten. Überlege daher, welche Bedürfnisse du hast und was dir wichtig ist, dann wirst du dich schnell für einen Kater oder eine Katzendame entscheiden können.

Wenn du schon einmal eine Dokumentation über Löwen geschaut hast, weißt du, dass das Rudel eines Männchens ausschließlich aus Weibchen besteht. Das Männchen verteidigt sein Harem und das Jagdrevier. Die Löwinnen versorgen ihren Nachwuchs gemeinsam, jagen und teilen die Beute untereinander. Beobachtest du deine Samtpfote, wirst du feststellen, wie viel Raubkatze in den noch so kleinen Jägern steckt.

Der Kater und sein Revier

Kater lieben es, in ihrem Revier herumzustreunen. Sie halten dabei immer Ausschau nach rolligen Katzendamen. Diesen imponieren sie, wenn sie mit besonders intensiv riechendem Urin ihr Umfeld markieren. Einige Kater dulden keine anderen Männchen in ihrem Territorium, sie könnten gar aggressiv reagieren.

Britisch Kurzhaar kater

Das Zusammenleben von Kater und Mensch – das solltest du wissen:

  • robust: Kater sind kräftiger als ihre weiblichen Artgenossen. Sie ertragen auch versehentlich grobe Handgriffe (z. B. von kleinen Kindern) besser. Selbstverständlich sollten Kinder jedoch schon frühzeitig einen behutsamen Umgang mit den Tieren erlernen.
  • distanziert: Unkastrierte Kater streifen gern durch ihr Revier, auch in der Wohnung durchkämmen sie alle Zimmer mehrmals täglich und reiben sich dabei an Möbeln und Wänden. Sie sind weniger verschmust und besuchen ihren Katzenhalter nur selten, um Streicheleinheiten einzufordern.

Unkastrierte Kater streifen gern durch ihr Revier, auch in der Wohnung durchkämmen sie alle Zimmer mehrmals täglich und reiben sich dabei an Möbeln und Wänden. Sie sind häufig weniger verschmust. Nach der Kastration werden sie etwas ruhiger und können sich durchaus als Schmusekater entpuppen.

  • verspielt: Möchtest du Zeit mit deinem Kater verbringen, schwing’ die Katzenangel oder locke ihn mit spannendem Katzenspielzeug aus der Reserve, denn unkastrierte Männchen haben einen erhöhten Spieltrieb.
  • freiheitsliebend: Vor allem unkastrierte Kater gehen nicht selten tagelang auf Erkundungstour. Männliche Freigänger auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen wagen sich oft weiter weg von ihrem Zuhause als ihre weiblichen Artgenossinnen.


Kätzin: Gemeinsam schaffen wir mehr

Weibliche Katzen leben in der Regel sozial in einer Gemeinschaft mit anderen Weibchen. Sie streunen eher selten durch das Gelände, sondern nutzen ihre Ausflüge ins Unterholz tendenziell zur Jagd nach Futter. Hältst du mehrere Kätzinnen zusammen, gehen sie möglicherweise gemeinsam auf Beutejagd.

So gestaltet sich die Beziehung zwischen Katze und Mensch:

  • jagdfreudig: Wohnungskatzen lieben es, einer Katzenangel hinterherzulaufen und ab und zu eine Beute zwischen die Krallen zu bekommen. Eine kastrierte Freigängerkatze bleibt in der Regel recht nah an ihrem Zuhause.
  • unabhängig: Weibliche Katzen genießen zwar die Nähe zu einem Rudel mit Artgenossen, ziehen sich jedoch auch gern zwischendurch zurück. Über ausgiebige und intensive Streicheleinheiten freut sich deine Mieze dennoch.
  • reinlich: Katzendamen pflegen nicht nur ihr eigenes Fell ausgiebig. Vertraut deine Katze dir, wird sie möglicherweise auch deinen Körper regelmäßig belecken.
Britisch Kurzhaar Katze

Unser Tipp: Ausnahmen bestätigen die Regel – nicht alle Kater sind automatisch aggressive Einzelkämpfer und auch unter den weiblichen Miezen findest du möglicherweise ab und an eine territoriale Kätzin, die ausschließlich allein jagen möchte und keine Nebenbuhlerin duldet.

Kastration: Das verändert sich bei Kater und Katze

Etwa ab dem 6. Lebensmonat, mit der Geschlechtsreife, ist es ratsam, eine Katze zu kastrieren. Das verhindert beispielsweise unangenehmes Sexualverhalten: Dein Kater markiert sein Revier nicht mehr mit geruchsintensivem Harn und deine Kätzin miaut nicht mehr lauthals, wenn sie rollig ist. Zudem wirkt sich eine Kastration auf eure Beziehung aus: So entpuppt sich das sonst eher distanzierte Männchen plötzlich als wahrer Schmusekater, der gern nah am Zuhause bleibt. Bestenfalls streift er nur noch stundenweise durch die Nachbarschaft, statt tagelang auf Entdeckungstour zu bleiben.

Entscheidest du dich, deine Fellnase lediglich sterilisieren zu lassen, bleibt das Sexualverhalten hingegen bestehen. Denn anders als bei einer Kastration bleiben die Eierstöcke bzw. Hoden erhalten. Der Tierarzt durchtrennt z. B. bei den Katzendamen lediglich den Eileiter. Der Hormonhaushalt wird so nicht beeinflusst und das geschlechtstypische Paarungsverhalten wie beispielsweise die Rolligkeit bleibt bestehen. Möchtest du den Sexualtrieb unterbinden, lass’ deine Katze daher lieber kastrieren.

Der Mehrkatzenhaushalt mit Kätzinnen und Katern

Besonders bei reiner Wohnungshaltung freut sich dein Stubentiger über eine Zweitkatze, denn Katzen sind (bis auf wenige Ausnahmen, die du in unserem Beitrag “Katze allein halten: Ja oder nein?” nachlesen kannst) grundsätzlich keine Einzelgänger und genießen Kuscheleinheiten und gegenseitige Körperpflege mit Artgenossen. Wir erklären dir, was im Mehrkatzenhaushalt je nach Konstellation zu beachten ist:

  • Unkastrierte Katzen zusammen halten

Egal, ob Kater oder Kätzin – unkastrierte, geschlechtsreife Tiere haben einen ausgeprägten Sexualtrieb. So werden zwei Kater wahrscheinlich ohne Rücksicht auf deine Einrichtung um ihr Revier kämpfen und es markieren. Hältst du eine Katze und einen Kater gemeinsam, bereite dich auf Lärm und zeitnahen Nachwuchs vor.

  • Kastrierte Kater vergesellschaften

Auch ohne Hormone im Blut kommt es zwischen Katern häufiger zu Raufereien als bei der Konstellation mit einer Katzendame. Brüder, die von Geburt an gemeinsam aufwachsen, bleiben in der Regel gute Freunde.

  • Zwei Kätzinnen

Katzenweibchen verstehen sich oft gut miteinander, sowohl kastriert als auch unkastriert. Kommt es doch einmal zu einer Auseinandersetzung, sind sie allerdings häufig nachtragend. Misch’ dich daher lieber nicht in ihre Streitigkeiten ein. So vermeidest du, dich unbeliebt zu machen.


Fazit: Wie du siehst, haben weibliche Katzen und Kater durchaus ihre Eigenarten, die mehr oder weniger gut zu dir und deinen Gewohnheiten passen. Die ein oder andere unliebsame Verhaltensweise kannst du jedoch durch eine Kastration beeinflussen. Am wichtigsten ist jedoch: Unabhängig vom Geschlecht muss die Chemie zwischen euch stimmen, denn das Wesen und der Charakter der Samtpfoten ist individuell. Was zeichnet deine Katze oder deinen Kater besonders aus? Erkennst du typische Eigenarten wieder? Erzähl’ uns gern davon!

Kommentare