Mein Hund frisst Steine und Erde: Ist das normal?

Viele Hunde lieben Erde: Sie buddeln darin, kauen darauf herum und fressen sie sogar. Doch warum ist das Gemisch aus zersetzten Pflanzenteilen und Tierresten, Lehm und Mineralien so verlockend für deinen Vierbeiner? Wir nennen häufige Gründe und erklären, welche möglichen Probleme das Steinefressen hervorrufen kann.

Erde fressen: 5 harmlose Gründe

Frisst dein Hund im heimischen Garten Blumenerde oder beim Spazierengehen regelmäßig Erde und Steine, kann das viele Gründe haben. Verhält sich dein Vierbeiner im Alltag normal und ist agil wie eh und je, besteht jedoch kein Grund zur Sorge. Mögliche Ursachen sind:

  1. Mineralien aufnehmen: Deine Fellnase spürt, wenn ihrem Körper Mineralien fehlen. Sie kompensiert diese Mangelerscheinung instinktiv über das Futtern der Erde. Möglicherweise hilft hier eine Futterumstellung auf anderes Hundefutter? Frage doch deinen Tierarzt einmal danach.
  2. Verdauung anregen: Kleine Mikroorganismen fördern die Darmflora und wirken Verstopfung entgegen. Dein Vierbeiner behandelt sich somit bei Magenschmerzen und Störungen im Verdauungstrakt selbst.
  3. Giftstoffe binden: Besonders lehmhaltige Erde bindet mögliche Giftstoffe wie Stoffwechselabfälle oder überschüssige Futterzusätze im Körper. Dein Hund kann sie so anschließend einfach ausscheiden.
  4. Angenehmer Geschmack: Kot und Urin anderer Hunde im Erdreich sind besonders interessant für deinen Vierbeiner. Gönn’ es ihm ruhig!
  5. Neugier: Vor allem Welpen spielen gern mit Erde und stillen damit die natürliche Neugier für ihre Umwelt und alle spannenden Dinge, die auf sie warten.

Ist Erde fressen gefährlich?

Frisst dein Hund hier und da mal Erde, hat das in der Regel keine gesundheitlichen Folgen für ihn. Vermeide jedoch, dass er Erde frisst, wenn

  • sie mit starkem und künstlichem Dünger versetzt wurde,
  • chemische Abfälle mit Giftstoffen in unmittelbarer Nähe entsorgt wurden,
  • Abwasser ins Erdreich geleitet wurde und
  • zuviel Kot und Urin durch Überweidung entsteht.

Unser Tipp: Obwohl dein Hund meistens instinktiv weiß, was gut oder schädlich für ihn ist, solltest du frisch gedüngte Felder oder angrenzende Weideflächen mit ihm eher meiden. So seid ihr auf der sicheren Seite und erspart euch Erbrechen und Durchfall, falls Magen und Darm empfindlich reagieren!

Gesundheitliche Ursachen des Erde- und Steinefressens

Obwohl es meistens ganz harmlose Gründe hat, wenn deine Fellnase sich über Erde hermacht, können in bestimmten Fällen auch gesundheitliche Ursachen dahinter stecken. Wirkt dein Tier beispielsweise schlapp oder vermehrt nervös bis apathisch, frisst regelmäßig große Mengen Erde und Steine, liegt möglicherweise eine dieser 6 Ursachen vor:

  1. Neurose: Wenn Zwingerhunde aus schlechter Haltung oder Hunde, die ehemals einsam im Zwinger lebten, Erde und Steine lecken, knabbern und kauen, kann es sich um eine Verhaltensstörung handeln. Hervorgerufen wird eine solche Zwangsneurose durch Einsamkeit und Frust. Sie kann in der Regel nur durch intensives therapeutisches Training behandelt werden.
  2. Unterernährung: Hunde aus der Tierrettung, die lange Zeit auf sich allein gestellt waren, haben gelernt, Nährstoffe aus Erde und Steinen zu ziehen. Zudem füllen Steine den Magen und machen satt. Das Verhalten legen die Tiere meist von allein ab, je länger sie in ihren Familien artgerecht gefüttert und gut versorgt werden.
  3. Langeweile: Läuft dein Vierbeiner beispielsweise jeden Tag die gleiche Gassi-Runde, kann durchaus Langeweile aufkommen. Dann beschäftigt er sich mit dem, was zur Verfügung steht: Er beißt z. B. auf Steinen herum oder buddelt tiefe Löcher in die Erde. Wie wäre es denn, wenn ihr bei der nächsten Gassi-Tour mal in eine andere Richtung abbiegt? Übrigens: Noch mehr Ideen zur sinnvollen Beschäftigung deines Lieblings findest du in unserer Rubrik “Hundebeschäftigung”.
  4. Stress: Hunde leiden leise! Das ist nicht nur ein Sprichwort, sondern die Realität. Psychischen Stress und Unwohlsein äußern sie daher mit Verhaltensauffälligkeiten wie dieser.
  5. Zahnprobleme: Trotz regelmäßiger Untersuchungen beim Tierarzt kann dein Vierbeiner an Zahnproblemen wie Zahnstein oder Zahnfleischentzündungen leiden. Dann kaut er möglicherweise Steine, um einen lockeren Zahn zu lösen oder frisst Erde und nutzt ihre heilende Wirkung, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen im Maul zu hemmen.
  6. Parasiten: Nimmt deine Fellnase routiniert kontinuierlich große Mengen Erde auf und macht dabei auch vor kleinen Steinchen nicht halt, lässt du sie am besten beim Tierarzt untersuchen. Denn dies kann ein Anzeichen für einen Parasitenbefall und resultierende Magen-Darm-Beschwerden sein.

Fazit: Buddeln, herumtollen, knabbern und kauen – Erde und Steine sind einfach viel zu spannend und vielseitig für deinen Hund und verdienen einfach seine Aufmerksamkeit. Grundsätzlich müssen sich Hundebesitzer bei diesem Verhalten keine Sorgen machen.

Bist du deiner Umwelt gegenüber aufmerksam und kennst die Gewohnheiten deines Lieblings, wird es ein Leichtes für dich sein, harmlosen Spaß von ernstzunehmenden Verhaltensstörungen und Gesundheitsproblemen zu unterscheiden. Hat dein Vierbeiner noch weitere Marotten oder legt Verhaltensweisen an den Tag, die dich wundern? Du hast da sicherlich die ein oder andere lustige Geschichte auf Lager – erzähl’ sie uns in den Kommentaren, wir sind gespannt!

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