Ohrenpflege beim Hund: Tipps für gesunde Ohren

Ohrenpflege beim Hund gehört bei Hundehaltern weder zu den populärsten Themen, noch ist es besonders spannend. Und dennoch ist es ein wichtiges Thema, denn jeder, dessen Hund schon einmal eine Ohrenentzündung durchgestanden hat, weiß, dass die Fellnasen sehr darunter leiden. Aus diesem Grund wollen wir dir die wichtigsten Tipps und Tricks zur Ohrenpflege bei Hunden vorstellen.

Hundeohren: Ein empfindliches Sinnesorgan

Hunde sind nicht nur begnadete Schnüffler, sondern haben auch ein deutlich besseres Gehör als Menschen. Ähnlich wie beim Menschen ist ihr Gehörgang recht lang. Um das empfindliche Sinnesorgan zu reinigen, verfügt der Hund über Drüsen, die Ohrenschmalz produzieren und so den Gehörgang von selbst reinigen. In einigen Fällen jedoch produzieren die Drüsen übermäßig viel Ohrenschmalz oder eine falsche Ernährung und ein anfälliges Immunsystem sorgen dafür, dass das sensible Gefüge im Hundeohr aus dem Gleichgewicht gerät. Dann haben Pilze, Keime und Bakterien ein leichtes Spiel und sorgen für ein unangenehmes Gefühl bei deinem Liebling. Einige Anzeichen können auf Ohrprobleme hindeuten, darunter möglicherweise

  • dein Hund schüttelt häufig mit dem Kopf,
  • er kratzt sich viel am Ohr oder
  • er wirkt krank, ist beispielsweise appetitlos und antriebslos.

In solchen Fällen solltest du am besten deinen Tierarzt konsultieren und eine Diagnose stellen lassen. Dann kannst du auch sichergehen, dass die richtige Therapie gewählt wird und es deinem Liebling schnell wieder besser geht.

Ohrentzündungen

Entzündungen im Ohr können verschiedene Ursachen haben: Bei Hunderassen, die anstelle von Stehohren Schlappohren haben und eher viel Fell an den Ohren besitzen, kann mangelnde Belüftung schneller dazu führen, dass sich Pilze und Bakterien in der Ohrmuschel wohlfühlen. Auch Allergien und Fremdkörper können Entzündungen hervorrufen. Äußerlich ist eine Entzündung beispielsweise erkennbar an

  • eitrigen oder verkrusteten Stellen,
  • Rötungen
  • unangenehmer Geruch oder
  • Schmutz.

Ist ein Tier mit Hängeohren dein treuer Begleiter oder wurde bereits eine Allergie bei deinem Liebling festgestellt, solltest du regelmäßig kontrollieren, ob die Ohren sauber sind, normal riechen und dein Hund auch sonst einen gesunden Eindruck macht. Vermutest du eine Entzündung, dann suche unbedingt einen Tierarzt auf. Er kann erkennen, ob das Trommelfell intakt ist und über die Behandlung entscheiden.

Unser Tipp: Zählt dein Schützling zu den wasserliebende Vierbeinern, solltest du unterwegs mit ihm brackige, stinkende Gewässer meiden. Nach dem Baden und Planschen in augenscheinlich sauberen Gewässern solltest du die Ohren sorgfältig trocknen und sanft reinigen. So kannst du am ehesten verhindern, dass Keime ins Ohr eindringen.

Parasiten im Hundeohr

Vor allem wenn du bei deinem Hund vermeintlichen braunen Schmutz im Gehörgang entdeckst, könnte es sich um Ohrmilben handeln. Die winzigen Parasiten ernähren sich unter anderem von abgestorbenen Hautzellen und führen zu Juckreiz bei deinem Liebling. Außerdem sind sie sehr ansteckend, daher solltest du besser einen Tierarzt aufsuchen und den Befund abklären lassen. Mit passenden antiparasitären Medikamenten, z. B. spezielle Ohrreiniger und Ohrspülungen, ist das Problem schnell in den Griff zu bekommen.

Sanfte Ohrenpflege für deinen Hund

Zählt deine Fellnasen zu den sensiblen Tieren, die besonders empfindlich an den Ohren sind und eher zu Erkrankungen am Ohr neigen (sei es, weil sie dort dichtes Fell haben oder viel schwimmen), kannst du ruhig schon frühzeitig damit beginnen, sie an die regelmäßige Ohrenpflege zu gewöhnen. Ganz wichtig ist: Wattestäbchen sind zur Reinigung eines Hundeohrs ungeeignet – weder für die Ohrmuschel noch für den tieferliegenden Gehörgang! Bei einer plötzlichen Bewegung werden Ohrenschmalz, Schmutz und Keime nur tief in den Gehörgang geschoben oder du verletzt dein geliebtes Haustier im Ohr.

Ohr beim Hund reinigen: so geht’s richtig

Das brauchst du:

  • ein leichtes Tuch, ein feiner Waschlappen oder ein Wattebausch eignen sich am besten zur Reinigung
  • eine Fellschere, falls du das Fell an den Ohren kürzen möchtest
  • Leckerlies zur Belohnung

Bereite alles vor und suche ein gemütliches, ruhiges Plätzchen auf, wo dein Hund zur Ruhe kommen kann. Dann könnt ihr loslegen:

  1. Tuch befeuchten: Je nachdem, wie du das Ohr reinigen möchtest, befeuchtest du das Tuch mit lauwarmem Wasser oder träufelst einige Tropfen Hunde-Ohrenpflege auf einen Wattebausch (alternativ eignen sich auch Hausmittel zur Hundepflege). Manche Produkte zur Ohrenpflege, beispielsweise flüssige Ohrspülungen und Ohrreiniger, werden direkt ins Ohr gegeben. Hier solltest du die produktspezifischen Anwendungshinweise genau lesen, bevor du mit der Reinigung beginnst.
  2. Sanft auswischen: Ein Schlappohr wird nun sanft umgeklappt, sodass die Ohrmuschel offenliegt. Ohrenschmalz und Schmutz kannst du nun sanft auswischen. Du brauchst dabei keine Angst haben, das Trommelfell zu verletzen, denn dieses liegt im Hundeohr hinter einem Knick verborgen. Habt ihr dies geschafft, wird es spätestens jetzt Zeit für eine wohlverdiente Belohnung.
  3. Haare kürzen: Hat dein Hund am Ohr sehr langes Fell, das die Belüftung seiner Ohren behindert, kannst du es mit einer Fellschere nun kürzen. Auch hier arbeite sanft und besonnen und belohne deinen Schatz zwischendurch mit Leckerlies, z. B. wenn er die Schere akzeptiert, den ersten Schnitt hinter sich gebracht hat und tapfer weiter stillhält. Es ist übrigens nicht schlimm, wenn ihr nicht beide Ohren auf einmal schafft: Dann ist beim nächsten Mal einfach die andere Seite dran.

Je nach Bedarf wiederholst du die Reinigung bis zu einmal wöchentlich.

Unser Tipp: Manche Hundebesitzer schwören eher darauf, die Haare an den Ohren auszuzupfen anstelle sie zu schneiden, da dies effizienter sein soll. Bevor du das Zupfen jedoch austestest, solltest dein Hund das Schneiden ohne Probleme über sich ergehen lassen. Alternativ kannst du hierzu natürlich auch einen Hundefriseur aufsuchen.

Natürliche Hausmittel zur Ohrenpflege beim Hund

Einige Hundehalter schwören nicht nur zum Zeckenschutz und zur Pfotenpflege auf Kokosöl, sondern nutzen den beliebten Allrounder auch zur Reinigung der Hundeohren: Aufgetragen auf einem Tuch, lässt sich damit das Ohr gut reinigen. Voraussetzung ist, dass dein Hund nicht allergisch auf Kokosöl reagiert. Alternativ als Hausmittel zur Ohrenreinigung eignet sich auch lauwarmes Salzwasser, also Wasser, in welchem du etwas Salz löst. Das wirkt zugleich antibakteriell.


Fazit: Regelmäßige, sanfte Ohrenpflege kann bei einigen Hunden helfen, das Ohr gesund zu halten. Stellst du unbekannte Änderungen am Ohr fest oder wirkt dein Hund anders als sonst, bist du mit ihm beim Tierarzt richtig aufgehoben. Berichte uns von deinen Erlebnissen: Wie und wie oft reinigst du die Ohren deines Lieblings und lässt er es tapfer über sich ergehen oder musstest du dir wirksame Tricks einfallen lassen? Wir sind gespannt!

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