Senior-Hund: Das ändert sich im Alter

So schnell wird dein niedliches Fellknäuel groß, plötzlich ist es erwachsen und schließlich – schneller als du denkst – hast du einen alten Hundesenior an deiner Seite. Die Bedürfnisse im Alter wandeln sich, wie beim Menschen auch. Was dein grauschnäuziger Vierbeiner nun braucht und wie du ihn bestmöglich beim würdigen Altern unterstützt, erklären wir dir in diesem Beitrag.

Ab wann ist ein Hund ein Senior?

Für uns Menschen ist das Alter unseres Lieblings leichter nachvollziehbar, wenn wir es in Menschenjahre umrechnen.

Hundejahre in Menschenjahre

Du siehst: Die Hundeentwicklung ist sehr unterschiedlich und variiert je nach Rasse, Größe und allgemeinem Gesundheitszustand. Eine große Dogge altert beispielsweise schneller als ein kleiner Jack Russel Terrier, der oft mit 10 Jahren noch quietschfidel ist.

Diese Alterserscheinungen kannst du mit zunehmendem Alter bei deinem Hund wahrnehmen:

  • graues Fell, vor allem an der Schnauze
  • alles verlangsamt sich, die Energie lässt nach und dein Liebling wird ruhiger
  • dein Hund wirkt kraftloser, denn seine Muskelmasse nimmt ab
  • gleichzeitig neigt er dazu, dick zu werden
  • weniger Bewegungsdrang, Kondition und Beweglichkeit, z. B. beim Treppensteigen
  • die Augen werden trüb, seine Sehkraft lässt nach
  • die Zähne verfärben sich von Gelb zu Braun und weisen vermehrt Abnutzungserscheinungen auf
  • Zähne lockern sich, es entwickelt sich schneller Mundgeruch durch Bakterien an den Zwischenräumen
  • Blasenschwäche führt hin und wieder zu nassen Ecken
  • er friert schneller und dadurch öfter als bisher

Unser Tipp: Hast du den Eindruck, dein Hund wird allmählich älter und hat möglicherweise mit der ein oder anderen Einschränkung zu kämpfen, wird dein Tierarzt dies vermutlich bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung feststellen. Er kann dir Tipps an die Hand geben, wie du deine Fellnase nun bestmöglich unterstützen kannst.

Das ändert sich beim Hund im Alter

Einige Alterserscheinungen gehören zu einem normalen Alterungsprozess dazu und nehmen künftig Einfluss auf euer gemeinsames Leben und deinen Alltag. Das verändert sich in dieser Lebensphase für deinen Hund:

  • Kraft und Energie: Ausgedehnte Spaziergänge im zügigen Tempo, ausgelassenes Toben und Spielen mit Artgenossen oder gar Hundesport – solche Beschäftigungen reizen Seniorenhunde weniger. Sie brauchen nicht mehr so viel Bewegung.
  • Energiebedarf: Hat dein Senior weniger Bewegungsdrang, ist auch sein Energiebedarf geringer. Zudem verlangsamt sich sein Stoffwechsel. Würdest du ihn nun weiter so füttern wie bisher, hättet ihr bald schon mit Übergewicht zu kämpfen. Um das zu umgehen, stellst du die Ernährung deines alternden Lieblings um. Spezielles Seniorenfutter enthält für die Verdauung wichtige Ballaststoffe, passende Eiweiße und Fettsäuren (z. B. für das Fell), Vitamine, Mineralstoffe und sonstige Nährstoffe, z. B. für die Gelenke – und das mit passender Anzahl an Kalorien.
  • Verdauung: Die Darmflora und ihre Bakterien spielen für die Gesundheit und das Wohlbefinden deines Hundes eine große Rolle. Im Alter neigen Hunde beispielsweise schneller zu Verstopfung, da der Darm langsamer arbeitet. Ballaststoffe sind daher ein wichtiger Bestandteil der Ernährung im Alter. Einige Tiere reagieren empfindlich auf kleine Happen, die nebenbei gefüttert werden – z. B. mit akutem Durchfall.
  • Muskulatur: Die Muskeln deines Hundeseniors werden nun weniger, Fett hingegen nimmt zu. Daher ist es wichtig, dass du die Muskulatur weiter forderst. In Kombination mit passendem Seniorfutter verhinderst du so, dass Übergewicht den Gelenken zu schaffen macht.
  • Inkontinenz: Im Alter entwickelt sich bei vielen Hunden Inkontinenz, da der Schließmuskel der Blase nicht mehr einwandfrei funktioniert.
  • Appetit: Geruchs- und Geschmackssinn lassen nach, die Zähne schmerzen möglicherweise und die Verdauung funktionierte auch schon besser – all das können Gründe sein, weshalb dein Vierbeiner weniger Appetit hat.
  • Zähne: Die Zahnpflege nimmt im hohen Alter eine noch wichtigere Rolle ein. Denn schmerzhafte Entzündungen im Zahnfleisch können das alte Immunsystem zusätzlich schwächen und Bakterien haben bei mangelnder Zahnhygiene ein leichtes Spiel. Und mal ehrlich: Auch Mundgeruch durch Zahnstein oder Reste vom Hundefutter empfinden wohl die wenigsten als angenehm.
  • Sehkraft und Gehör: Wie beim Menschen auch lässt im Alter die Sehkraft der Augen nach und das Gehör wird schlechter.
  • Verhaltensänderung: Wenn du als betagter Mensch deutlich weniger als bisher sehen und hören kannst, wächst voraussichtlich deine Unsicherheit im Alltag – sei es bei vertrauten Abläufen zuhause oder erst recht in fremder Umgebung oder mit unbekannten Menschen. Deinem Seniorhund geht es da nicht anders: Er reagiert möglicherweise mit vermehrtem Bellen und Aggression, entwickelt plötzlich Trennungsängste oder wirkt einfach desorientiert und verloren.
  • Schlafbedürfnis: Dein Hundesenior schläft nun tagsüber mehr und benötigt mehr Ruhe.
  • Erkrankungen: Arthrose und Erkrankungen der Gelenke nehmen bei vielen Tieren im Alter zu. Zudem ist das Immunsystem schwächer, die Abwehrkräfte arbeiten nicht mehr so effizient, dein Hundesenior ist also anfälliger für Krankheiten. Trinkt deine Fellnase mehr als früher, kann das darauf hindeuten, dass eine Nierenerkrankung vorliegt oder die Niere altersbedingt nicht mehr optimal arbeitet. Diabetes, Demenz und Tumore sind leider auch bei Hunden keine Seltenheit und müssen vom Tierarzt behandelt werden.
  • Haut und Fell: Oft wird die Haut nun trockener und schuppt schneller. Das Fell wird oft stumpfer und strohiger.
Hund im orthopädischen bett

Was braucht ein alter Hund?

Als Hundehalter hast du die Bedürfnisse deines Hundeseniors im Alltag immer im Blick: Ist er erschöpft und braucht eine Pause? Oder wirkt er unbeweglich und du könntest ihm mit einer leicht massierenden Hundebürste oder einer Kuschelstunde mit Striegel etwas Gutes tun? Du weißt am besten, wie es ihm gerade geht, wann es ihm zu viel wird und was er braucht. Unsere 8 Tipps für mehr Lebensqualität deines Hundeseniors bieten dir einige zusätzliche Anhaltspunkte:

  1. Seniorenfutter: Bei der Nahrung wechselst du zu verdaulichem Seniorenfutter, das in seiner Zusammensetzung optimal auf die Bedürfnisse deines alten Hundes abgestimmt ist. Anstelle einer Fütterung bereite ihm am besten mehrmals täglich geringere Futtermenge zu. Und: Trinken nicht vergessen!
  2. Gassirunden anpassen: Bewegung bleibt nach wie vor wichtig für deinen Hund. Je nachdem wie fit er ist, kannst du kürzere Strecken wählen und das Tempo drosseln. Ist die Runde durch den Park zu aufregend für ihn, geht einfach in einer ruhigeren Ecke spazieren. Eine neue Gegend zu erkunden ist auch für einen Senior-Hund spannend: Die nun fehlenden aufregenden Spielstunden kannst du so gut ausgleichen. Verstellbare Hundegeschirre, die auch bei zunehmendem Muskelabbau noch sicher sitzen und nicht scheuern, können dir nun wertvolle Dienste leisten.
  3. Fördern und fordern: Neigt dein Hund zu Gelenkschmerzen, hol’ dir Tipps vom Osteopathen, Tierarzt oder Hundephysiotherapeuten, wie du den Bewegungsapparat deines Vierbeiners geschmeidig hältst, sodass er möglichst lange fit bleibt und nicht dauerhaft unter Schmerzen leidet.
  4. Mehr Schlaf und Ruhe: Gönn’ deinem betagten Mitbewohner ausreichend Erholungsphasen und Schlaf in einem bequemen Hundebett, welches optimalerweise orthopädisch unterstützend wirkt.
  5. Mehr Rücksicht: Die Belastbarkeit deines Hundes nimmt im Alter ab – das ist leider eine Tatsache. Sie birgt aber auch Chancen: Du bist nicht permanent gefordert, deinem Hund volles Programm zu bieten, also schaltet doch gemeinsam einen Gang zurück. Und wenn dich doch die große Unternehmungslust packt: Ein gesunder Hund fühlt sich auch zuhause wohl, wenn du mal stundenweise allein on tour bist.
  6. Nähe: Du bist und bleibst der wichtigste Bezugspunkt im Leben deines Vierbeiners und vermittelst ihm wertvolle Sicherheit. Wenn sich schon seine Fähigkeiten und seine Wahrnehmung der Umwelt so entscheidend verändern, ist er dankbar, dich so oft es geht an seiner Seite zu wissen
  7. Gewohnheiten anpassen: Ob das Treppensteigen hoch zu eurem liebsten Aussichtspunkt im Wald, gemeinsamen Aktivitäten in der freien Natur oder euer jährlicher Urlaub im Gebirge – jetzt ist es an der Zeit zu hinterfragen, ob du alles noch so beibehalten kannst. Deinem treuen Begleiter zuliebe verbringt ihr den Urlaub vielleicht in diesem Jahr gemeinsam zuhause?
  8. Regelmäßige Untersuchungen: Auch wenn ein Besuch beim Tierarzt möglicherweise nicht mehr so einfach ist wie früher, ist es doch ratsam deine Hunde-Oma oder deinen Hunde-Opa regelmäßig untersuchen zu lassen. Vermeintlich normale Alterserscheinungen können auch auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen – mit tierärztlicher Kontrolle bist du hier auf der sicheren Seite.

Fazit: Du kennst deinen treuen Begleiter nun schon seit Jahren in- und auswendig, möglicherweise schon, seitdem er ein Welpe war. In einer so innigen Beziehung ist es gar nicht so leicht damit umzugehen, wenn deiner grauen Fellnase Dinge zunehmend schwerer fallen, ihre Energie nachlässt oder sie gar erkrankt. Umso mehr genießt ihr die unbeschwerten Stunden miteinander, das gemeinsame Dösen in der Frühlingssonne oder die Kuscheleinheiten zwischendurch. Wie verbringt ihr den Lebensabend deines Hundeseniors? Womit hast du gute Erfahrungen gemacht? Erzähl’ uns gern davon – wir sind gespannt!

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