Zeckenentfernung beim Hund

Wer kennt das nicht? Ein entspannter Spaziergang in der Natur, dein Vierbeiner genießt das Streifen durchs hohe Gras und das Tollen im Unterholz. Zurück zuhause prüfst du als verantwortungsvoller Hundehalter natürlich sofort, ob dein Liebling eine Zecke von eurem Ausflug mitgebracht hat – und siehe da: beim Absuchen mit Hand, Bürste und wachsamen Augen wirst du fündig.

Unser Tipp: Zeckenarten wie der Gemeine Holzbock stechen deinen Hund gern an etwas weniger behaarten und dünnhäutigen Körperstellen. Vor dem Stich krabbeln sie jedoch häufig im Fell ihres Wirts herum, daher solltest du sowohl im Fell als auch insbesondere an Bauch, Beinen und am Kopf sorgfältig nach den kleinen Parasiten Ausschau halten.

Eine Zecke ist erst einmal kein Grund zur Panik. Dennoch solltest du sie schnellstmöglich entfernen, denn beim Zeckenbiss können Krankheitserreger, etwa aus den Speicheldrüsen, übertragen werden. Je schneller du die Zecke entfernst, desto weniger Blut kann das lästige Spinnentier saugen und umso geringer ist die Gefahr, dass der Zeckenstich eine unangenehme Infektion (z. B. FSME oder Borreliose) nach sich zieht. Wir zeigen dir, worauf es bei der Zeckenentfernung ankommt.

Wie kann ich eine Zecke bei meinem Hund entfernen?

Um eine Zecke zu entfernen gibt es einige speziell dafür entwickelte Hilfsmittel:

  • Zeckenkarte
  • Zeckenzange
  • Zeckenhaken
  • Zeckenpinzette
  • Zeckenlasso/ -Schlinge

Wer gerade keines davon zur Hand hat, kann auch eine haushaltsübliche Pinzette nutzen. Hier ist nur etwas mehr Vorsicht geboten, dass die Zecke nicht gequetscht wird, da eine normale Pinzette unten etwas breiter ist als eine feine, unten gebogene Zeckenpinzette.

Zecke entfernen beim Hund mit einer Pinzette

Wir zeigen dir, wie du eine bereits saugende Zecke mithilfe einer Pinzette (am besten eignet sich die Zeckenpinzette dafür) in 5 Schritten wieder los wirst:

  1. Ruhiges Plätzchen suchen: Nimm deinen Vierbeiner zur Seite und macht es euch so gut es geht bequem. Das entspannt deinen Vierbeiner. Du solltest eine passende Position einnehmen, in der du die Zecke gut erreichen kannst. Handelt es sich um eine recht behaarte Körperstelle, halte das Fell mit der einen Hand so gut es geht zur Seite.
  2. Zecke mit der Pinzette greifen: Mit der anderen Hand greifst du die Zecke mithilfe der Pinzette so nah an der Haut deines Lieblings wie möglich.
  3. Zecken vorsichtig herausziehen: Hast du sie sicher greifen können, zieh’ das Tierchen vorsichtig und langsam heraus. Bitte nicht drehen oder ruckartig herausziehen! Manchmal gelingt das Entfernen nicht beim ersten Versuch, da die Mundwerkzeuge der Zecken über Widerhaken verfügen und sie zudem im Speichel eine Art “Klebstoff” produzieren, um sich beim Blutsaugen besser halten zu können.
  4. Zecke entsorgen: Ist es dir gelungen, das lästige Tier zu entfernen, muss es entsorgt werden. Am sichersten ist es, das Tierchen auf ein Küchenkrepp zu legen, dieses zuzuklappen und mit einem harten Gegenstand zu zerdrücken. Hast du mindestens 40 %-igen Alkohol zuhause, kannst du die Zecke auch darin abtöten. Nicht wirksam hingegen ist es, die Zecke in der Toilette herunterzuspülen, sie in Wasser zu ertränken oder sie mit dem Finger zu zerdrücken.
  5. Desinfizieren: Zum Schluss solltest du die Stelle sorgfältig desinfizieren.
  6. Einstichstelle und deinen Hund beobachten: Insbesondere, wenn es sich um eine volle Zecke handelt, die sich schon vor einer Weile festgebissen hat, solltest du die Stelle anschließend beobachten. Bei länger andauernden Entzündungsreaktionen oder Symptomen wie Fieber und Abgeschlagenheit solltest du deinen Tierarzt aufsuchen.

Hund lässt sich Zecke nicht entfernen

Möglicherweise verspürt dein Hund wenige Freude, wenn du ihm mit einer Pinzette oder anderen Hilfsmitteln zu Leibe rückst und in seinem Fell herumziepst. Er hält nicht still, wehrt sich, zappelt oder möchte am liebsten das Weite suchen. Ein Grund dafür könnte sein, dass er dieses Prozedere noch nicht kennt oder aber, dass die Zecke sich eine besonders sensible Körperstelle für ihre Blutmahlzeit ausgesucht hat. Dazu zählen beispielsweise

  • Zecke am Augenlid oder Auge
  • Zecke an der Schnauze
  • Zecke im Ohr

Je nach Körperstelle ist möglicherweise eine Zeckenkarte (aufgrund ihrer Größe und Form) oder eine Pinzette (aufgrund ihrer Spitze) weniger zur Entfernung geeignet als eine Zeckenschlinge oder -zange aus Plastik. Hier solltest du abwägen, welches Hilfsmittel am erfolgversprechendsten erscheint. Mit etwas Geschick und ausreichend langen Fingernägeln kannst du auch versuchen, die Zecke mit Daumen und Zeigefinger zu entfernen. Übe aber nur mäßig Druck aus, sodass du die Zecke nicht quetschst. Denn bei zu starkem Druck könnte Speichel in die Einstichstelle gelangen, was die Gefahr einer Infektion unnötig erhöht.

Unser Tipp: Wenn du dir die Zeckenentfernung nicht zutraust, dein Hund nicht kooperieren will oder du den Zeckenbiss erst spät bemerkt hast und die Stichstelle eine Rötung zeigt oder gar entzündet ist, solltest du natürlich einen Tierarzt aufsuchen. Was es kostet, beim Tierarzt eine Zecke entfernen zu lassen, kannst du vorab durch einen Anruf in Erfahrung bringen.

Zecke entfernt, aber der Kopf steckt noch

Konntest du die Zecke nicht ganz entfernen und in der Haut sind noch schwarze Reste erkennbar, handelt es sich meistens nicht um den Kopf des Tierchens, sondern um deren Mundwerkzeuge. Mit etwas Glück ragen sie noch so weit aus der Haut hervor, dass du sie mit einer feinen Pinzette ebenfalls herausziehen kannst. Gelingt dir das nicht, ist das kein Grund zur Unruhe. Der Körper reagiert womöglich mit einer Entzündungsreaktion, um den Fremdkörper abzustoßen. Behalte die Stelle daher im Auge. Im besten Fall verschwinden die Überbleibsel aber von allein.

Zecke richtig entfernen: 3 Dinge, die du nicht tun solltest

Um die richtige Zeckenentfernung halten sich so einige Mythen hartnäckig, die im schlimmsten Fall jedoch Schaden anrichten. Daher solltest du folgende Maßnahmen meiden:

  1. Zecke stecken lassen
    Die Infektionsgefahr steigt, je länger die Zecke in der Haut verbleibt. Bei Borreliose-Erregern beispielsweise nimmt man an, dass diese ab etwa 12 Stunden nach dem Stich vom Darm der Zecke bis in die Speicheldrüsen gelangen und von dort aus auf das Opfer übertragen werden. Daher gilt: Die Zecke sollte schnellstmöglich entfernt werden.
  2. Zecke herausdrehen oder quetschen
    Zecken haben kein gewindeförmiges Mundwerkzeug, daher hilft auch Drehen beim Entfernen der Zecke nicht. Drehen und zu starker Druck führen im Unglücksfall aber dazu, dass das Tier gestresst wird, vermehrt Speichel absondert und dadurch Krankheitserreger überträgt.
  3. Zecke mit Alkohol, Öl, Klebstoff Nagellackentferner unschädlich machen
    Chemie hilft dir in diesem Fall nicht weiter, denn die Flüssigkeiten können dazu führen, dass sich die Zecke erbricht und damit die Krankheitserreger umso schneller in den Körper des Wirts gelangen.

Fazit: Wie bei anderen Parasiten auch ist die Vorbeugung noch das beste Mittel gegen Zecken. Für den Zeckenschutz bei Hunden gibt es eine Vielzahl geeigneter Präparate (z. B. Spot on-Mittel) und Schutzmaßnahmen (z. B. ein Zeckenhalsband), zu denen dich dein Tierarzt ausführlich beraten kann. Weitere Infos rund um Zecken beim Hund und zur Vorbeugung findest du auch in unserem Beitrag “Zecken beim Hund”. So kannst du die Zeit draußen mit deinem Vierbeiner sorgenfrei genießen!

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