Fellarten beim Hund: Die haarigen Unterschiede

Spielt dein Hund viel mit Artgenossen, ist dir vielleicht aufgefallen, dass einige Spielkameraden mehr Fell verlieren als dein Liebling, wenn sie im Gras herumtollen. Andere Vierbeiner wiederum bringen haufenweise kleine Zweige und Gestrüpp in ihrem langen Fell mit aus dem Wald und müssen nach ihrem Abenteuer erstmal gründlich gereinigt werden. So individuell das Wesen unserer Fellnasen ist, so unterschiedlich sind auch die Fellstrukturen. Wir erklären dir, welche Funktionen das Hundefell erfüllt, welche Haartypen es gibt und wie du das Fell deines Vierbeiners richtig pflegst.

Das Haarkleid des Hundes

Fast alle Hunde sind an ihrem ganzen Körper mit Fell bedeckt. Lediglich an Nase und Pfotenballen wachsen keine Haare. Das mal mehr, mal weniger dichte Fell lässt die Vierbeiner nicht nur besonders niedlich erscheinen, es unterstützt unsere Fellnasen u. a. auch bei der Kälte- und Wärmeregulierung, dient der Kommunikation untereinander und hilft Hundehaltern zu erkennen, wie sich die Fellnase gerade fühlt: Liegt das Fell z. B. glatt an und glänzt es gesund, deutet dies auf eine entspannte Haltung und Wohlbefinden hin. Wir haben dir alle wichtigen Informationen rund um das schützende Haarkleid deines Lieblings zusammengetragen:

5 Informationen zum Hundefell

  1. Wachstum: Hundehaare wachsen büschelweise aus Trichtern.
  1. Signale: Nervenzellen in der Hundehaut reagieren auf äußere Einflüsse und senden Signale an winzige Muskeln, die dann das Fell sträuben oder am Körper anliegen lassen. So sträuben sich die Haare in der Regel vom Körper ab, Ist dein Vierbeiner aufgeregt oder unsicher.
  2. Versorgung: Talgdrüsen versorgen das Fell mit Mineralstoffen und Fett, es sieht gesund und glänzend aus.
  3. Schutz: Talgablagerungen an den Haarwurzeln schützen Hunde bestens vor Nässe.
  4. Gewicht: Erscheint ein einzelnes Hundehaar sehr leicht, tragen große Hunderassen mit sehr dichten und langen Haaren wie beispielsweise der Labrador, immerhin knapp ein Kilogramm Fell am Körper.


Deckhaar und Wollhaar

Die Deckhaare, auch Grannenhaare genannt, wachsen allen Hunden. Sie unterscheiden sich von dem Wollhaar (auch Unterwolle oder Unterfell genannt), das nur bei bestimmten Hunderassen vorhanden ist. Wollhaare sind weich und wachsen nicht gleichmäßig am Körper der Hunde. Bis zu 20.000 Haare bedecken bei besonders dichter Unterwolle einen Quadratzentimeter und wachsen je nach Rasse nur wenige Millimeter oder erreichen eine Länge von ca. 2 cm. Im Sommer dünnt die Unterwolle insgesamt aus und wird beim herbstlichen Fellwechsel und den sinkenden Außentemperaturen wieder dichter.

Unser Tipp: Die abgestorbenen Wollhaare bürstest du bestenfalls regelmäßig aus, damit sie nicht unter dem Deckhaar liegen bleiben, denn so bilden sie dort einen Teppich, lassen nicht ausreichend Luft an die Hundehaut und begünstigen Juckreiz.

Deckhaare und Unterfell unterscheiden sich in Struktur, Wachstum, Dichte und Funktion:

  • Fellstruktur

Die Deckhaare der Hunde sind in sich dicker als das Unterfell, wachsen jedoch nicht so dicht. Die ursprüngliche Struktur, die man bei den nordischen Wölfen immer noch findet, ist das Stockhaar. Alle weiteren Fellarten haben sich erst durch die Zucht entwickelt. Da sich die Gene unserer Haushunde durch Kreuzungen und Weiterzuchten stetig verändert haben, gibt es mittlerweile auch Mischformen wie das Drahthaar oder stark gekräuseltes Fell.

  • Wachstumszyklus

Das Leben eines Grannenhaares dauert in der Regel sechs bis acht Wochen, bis es abstirbt und ausfällt. Anschließend bildet sich eine neue Haarwurzel, aus der das neue Haar wächst. Anders verhält es sich bei Lockenhunden mit Wellhaar, das dauerhaft in der Wachstumsphase bleibt.

  • Haardichte

Je nach Rasse wachsen 400 bis 1200 Deckhaare je Quadratzentimeter Hundehaut. Bei einem gesunden Vierbeiner bilden sich keine kahlen Stellen und auch während des Fellwechsels verlieren unsere Fellnasen ihre Deckhaare einzeln und nicht büschelweise. Starker Haarausfall und kahle Partien auf der Haut weisen immer auf eine Immunschwäche oder Erkrankung des Hundes hin. Die Dichte der Unterwolle hängt davon ab, wie lange Tageslicht vorhanden ist: Im Frühjahr dünnt sie aus, im Herbst verdichtet sie sich wieder. Anders als das Deckhaar wechselt das Wollhaar also nur zweimal im Jahr.

  • Funktion

Das Deckhaar beeinflusst nicht nur das Aussehen unserer Vierbeiner, sondern schützt sie ganz nebenbei vor äußeren Einflüssen:

  • Pigmente im Haar des Hundes verleihen je nach ihrer Anzahl dem Fell seine Farbe.
  • Die Deckhaare leiten Wasser (z. B. Regen) ab und schützen den Hund so vor Durchnässung.
  • Scharfe und spitze Objekte wie beispielsweise Dornen dringen nicht so leicht bis zur Haut durch.
  • Die Deckhaare halten warm und schützen die Haut vor zu starker Sonneneinstrahlung.

Die Unterwolle sitzt besonders dicht an der Hundehaut und schützt den Vierbeiner im Winter wie eine Isolierschicht vor extremer Kälte. Das dünnere Unterfell im Sommer schützt zusätzlich zu den Grannenhaaren vor Sonne.

Die 5 Fellarten

Ob gelockt, glatt, drahtig oder flauschig – grundsätzlich werden Hunderassen diesen 5 Fellarten zugeordnet:

Stockhaar

Bei diesem Felltyp unterscheidet man zwischen Kurz-Stockhaar und Lang-Stockhaar: Kurze Haare sind zwischen 3 und 4 cm lang, während das lange Haar 5 bis 10 cm erreicht und meistens glatt wächst. Selten treten leichte Wellen auf. Zu den stockhaarigen Hunderassen gehören u. a. Rottweiler, Deutsche Schäferhunde, Huskys und Collies. Bei einigen langhaarigen Rassen wächst die Unterwolle beinahe so lang wie das Grannenhaar und bildet ein Doppelfell; bei anderen Stockhaarigen hingegen ist beinahe kein Wollhaar vorhanden.

Deutscher Schäferhund

Pflegetipps zum Stockhaar:

Bürste das Fell deines Vierbeiners am Besten 2- bis 3-mal pro Woche und entferne so sanft die abgestorbenen Haare. Hunde mit langem Stockhaar kämmst du bestenfalls vor dem Einsatz der Bürste. So löst du mögliche Knoten und Verfilzungen schonend. Besonders geeignet für die Pflege dieses Felltyps sind:

Kurzhaar

Die nur 1 bis 2 cm kurzen und glatten Haare liegen eng am Hundekörper an. Einige Kurzhaarrassen haben sehr dichte Unterwolle, andere hingegen haben nur wenig Unterfell. Bei manchen Rassen wachsen gar keine Wollhaare. Generell zählen z. B. Dobermänner, Labradore, Zwergpinscher und Boxer zu den Hunderassen mit Kurzhaar.

brauner Labrador



Pflegetipps zum Kurzhaar

Abgestorbene Unterwolle entfernst du am besten mit einer Bürste. Das kurze Deckhaar löst sich besonders schonend, wenn du deinen Hund sanft massierst. Verzichte bestenfalls auf Bürsten und Striegel aus Metall und nutze stattdessen

Langhaar

Das häufig sehr dichte Deckhaar kann bis zu 20 cm lang wachsen und hängt glatt am Körper herunter. Die Unterwolle variiert je nach Rasse von sehr lang bis nicht vorhanden. Je länger die Unterwolle wächst, desto komplizierter ist die richtige Fellpflege. Zu den Langhaarrassen gehören u. a. Bobtails, Boder Collies und Cocker Spaniel.

Cocker Spaniel

Pflegetipps zum Langhaar:

Für die richtige Pflege orientierst du dich am besten an der Länge, Dichte und Struktur des Haarkleids. Besonders langes und dichtes Fell mit viel Unterwolle sollte täglich gründlich gebürstet werden, damit es nicht verfilzt. Schneide das Fell regelmäßig ohne es zu Scheren. Langhaarhunde darfst du in der Regel häufiger duschen als Hunde mit anderen Felltypen. Benutze beim Duschen oder Baden deines Hundes bestenfalls qualitativ hochwertiges Hunde-Shampoo und spüle es gut aus, damit keine Rückstände im Fell zurückbleiben, denn diese beeinflussen möglicherweise den natürlichen Schutz der Haut. Zu den wichtigen Utensilien gehören

Spezielle Hundeduschen reinigen deine Fellnase besonders schonend und angenehm.

Wellhaar

Das immer lange und leicht bis stark gelockte Wellhaar gilt als besonders allergikerfreundlich, da nur sehr wenige Rassen wie etwa der Puli zusätzlich Unterwolle am Körper tragen und Hunderassen mit dieser Fellstruktur nur sehr wenig haaren. Pudel sind die beliebtesten und bekanntesten Lockenhunde. Weitere Rassen sind z. B. Wasserhunde wie der Irish Water Spaniel.

Pudel

Fellpflege beim Wellhaar:

Kämme das Fell ausgiebig und schere es regelmäßig. Andernfalls verbinden sich die langen Haare und bilden Filzhaar. Wie bei Langhaarrassen darfst du auch Hunde mit Wellhaar häufiger duschen. Ganz nebenbei ist das nasse Fell einfacher kämmbar, da die Locken in diesem Zustand gerade gezogen werden. Für eine schöne und gesunde Fellstruktur setzt du bestenfalls diese Werkzeuge ein:

  • Schermaschine

Rauhaar

Wie ganz feiner Draht ist das mittellange Fell dieser Vierbeiner sehr fest und borstig. Deshalb ist die wasserabweisende Struktur auch als Drahthaar bekannt. Bei den meisten Rassen wächst unter dem Deckhaar Unterwolle, so z. B. bei dem Rauhaardackel. Das Wollhaar der meisten Terrier und Schnauzer erreicht die gleiche Länge wie das Grannenhaar.

Rauhaardackel

Pflegetipps zum Rauhaar:

Abgestorbene Haare zupfst du am besten aus, da sie nicht von allein ausfallen. Zudem ist es ratsam, deine Fellnase regelmäßig zu scheren und trimmen, denn mangelnde Pflege begünstigt schlimmstenfalls Hautentzündungen. Besonders stressfrei und einfach gelingt dir die Haarentfernung mit einer flexiblen Zupfbürste und einer Unterwollharke.

Gemischte Fellarten

Mischlingshunde leben in vielen Haushalten und sind sehr beliebt bei Hundehaltern. Sie gelten als gesünder und robuster als ihre reinrassigen Artgenossen. Besonders Hybridhunde, also Kreuzungen zweier speziell ausgewählten Rassen wie beispielsweise der Labradoodle (Labrador und Pudel) sind seit einigen Jahren im Trend. Das Fell von Mischlingen und Hybridhunden kann die Struktur nur eines Elterntieres annehmen und so einer bestimmten Fellart zugeordnet werden. Es kann jedoch auch ein genetischer Cocktail entstehen. So kann ein Mix aus Mops und Malteser das lange und feine Deckhaar des Maltesers besitzen, das kaum von allein ausfällt, gleichzeitig jedoch mit der Unterwolle des Mopses ausgestattet sein. Auch können Kopf, Beine und Flanken des Mischlingswelpen kurzes Fell aufweisen, wohingegen am Rücken lange Haare wachsen.

Labradoodle

Pflege des Mischfells

Anders als bei einheitlichen Fellstrukturen, gibt es kein Patentrezept zur Pflege von Mischformen. Am besten orientierst du dich an der dominierenden Fellstruktur oder greifst je nach Körperregion zu unterschiedlichen Pflegeutensilien, die zu den dort wachsenden Haaren passen.

Fazit: So unterschiedlich wie das Fell ist, so individuell pflegst du es bestenfalls. Nutze doch das tägliche Bürsten des langen, wuscheligen Fells deines Hundes als gemeinsame Auszeit: Macht es euch zusammen gemütlich und kuschelt danach ausgiebig - dein Vierbeiner wird es in vollen Zügen genießen! Welches Haarkleid trägt dein Liebling und wie gestaltest du die Fellpflege? Wir freuen uns auf deine Pflegetipps!

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