Krallen schneiden beim Hund in 3 Schritten

Kaum liegt die Krallenschere parat, versteckt sich dein Liebling fluchtartig unter dem Sofa. Könnte sich ein solches Szenario auch bei dir abspielen? Kein Grund zur Sorge! In diesem Beitrag erfährst du, wie du das oft als lästig wahrgenommene Krallenschneiden schnell und effizient hinter dich bringst. Denn zur Pfotenpflege gehört nicht nur die Reinigung der Ballen und das Kürzen des Fells, sondern auch das Kürzen der Hundekrallen alle 3-5 Wochen.

Die Krallen deines Hundes

Das sind mögliche Ursachen für verstärktes Krallenwachstum:

  • Reichhaltige Nahrung: Zink und Kalzium fördern das Hornwachstum. Einige Futtersorten enthalten diese Nährstoffe möglicherweise höher dosiert.
  • Mangelnde Bewegung: Vor allem alte und kranke Hunde nutzen ihre Krallen durch die geringe Aktivität nicht mehr ab.
  • Weiche Untergründe: Besonders die sehr weichen Waldböden und Feldwege bieten nur unzureichende Abriebmöglichkeiten.

Daran erkennst du, dass die Krallen deines Vierbeiners zu lang sind:

  • Klackern: Sobald die Krallen deines Hundes den Boden berühren entsteht ein “klackerndes” Geräusch.
  • Lahmheit: Zu lange Krallen werden beim Abrollen der Pfotenballen ins Krallenbett gedrückt. Da dies für deinen Hund unangenehm und sogar schmerzhaft sein kann, nimmt er eine Schonhaltung ein und sein Gang wird steifer und lahm.
  • Schrägstellung: Möglicherweise stellt dein Vierbeiner seine Pfoten in eine schräge Haltung.

Achtung: Eine dauerhafte Schrägstellung der Pfoten schadet den Gelenken und führt langfristig zu Muskelverspannungen, Haltungsschäden und beeinträchtigt so den gesamten Bewegungsapparat. Zudem wachsen Nerven und Blutgefäße mit den Krallen langsam weiter. Kürzt du die Krallen nicht häufig genug und wartest zu lange, können sie schließlich nicht mehr ausreichend gekürzt werden, da du sonst Nerven und Blutgefäße verletzen würdest. Daher ist das regelmäßige Kürzen essenziell.

Die Wolfskralle beim Hund

Als Wolfskralle oder Afterkralle bezeichnet man den Mittelfußknochen an den Hinterbeinen oberhalb der Pfote. Dieser fünfte Zeh setzt nie auf dem Boden auf und hat keine wichtige Funktion. Die Wolfskralle ist evolutionsbedingt nicht bei allen Hunden vorhanden und je nach Rasse individuell ausgebildet. Zu den Hunderassen mit ausgebildeter Wolfskralle zählen meist größere Hunde wie Deutsche Doggen, Berner Sennenhunde und Malinois.

Wolfskralle

Die wichtigsten Infos zur Wolfskralle für dich im Überblick:

  • Ursprung: Anders als der Name vermuten lässt hat die fünfte Kralle am Hinterlauf ihren Ursprung nicht beim Wolf, sondern bei urzeitlich verwandten Vorfahren, die bereits weit vor dem Wolf gelebt haben.
  • Risiko der Wolfskralle: Die Afterkralle wächst sichelförmig. Wird sie nicht regelmäßig gekürzt, wächst sie möglicherweise durch die Haut ins Fleisch deines Hundes und verursacht schlimmstenfalls schmerzhafte Entzündungen. Zudem kann die lange Kralle beim Herumtollen zwischen Sträuchern und in Wäldern im Geäst hängen bleiben und sogar ausreißen.
  • Wolfskralle entfernen: Das Entfernen der Wolfskralle ist grundsätzlich verboten! Es gelten jedoch Ausnahmen: Wenn sich dein Vierbeiner verletzt, die Kralle ein- oder gar abreißt, oder sich eitrige Entzündungen und Tumore an der Afterkralle bilden, darf die Wolfskralle entfernt werden. Die Amputation darf allerdings ausschließlich chirurgisch durch einen Tierarzt erfolgen.

Krallenpflege: Das richtige Werkzeug

Hundekrallen schneidest du schnell und einfach mit dem passenden Werkzeug. Meide den Einsatz von handelsüblichen Nagelscheren oder -klipsern. So beugst du Quetschungen vor.

  • Krallenschere / Krallenzange: Spezielle Scheren und Zangen haben eine runde Schneidefläche. Diese sollte angepasst an die Größe der Hundepfote sein.
  • Krallentrimmer / Krallenschleifer (alternativ zur Krallenschere): Die elektronischen Maschinen eigenen sich besonders für kleine Tiere und werden zudem gern für sehr ängstliche Hunde eingesetzt.
  • Krallenfeile: Die Feile eignet sich optimal, um Hornreste zu entfernen und Kanten abzurunden. Alternativ kannst du eine herkömmliche Nagelfeile nutzen.
  • Taschenlampe (optional): Reicht die vorhandene Lichtquelle nicht aus, nutze bestenfalls eine Kopf- oder Taschenlampe, um beim Kürzen genug zu sehen.

Krallen schneiden: Richtig kürzen in 3 Schritten

Das richtige Schneiden der Krallen ist nicht schwer, erfordert jedoch ein wenig Übung, eine ruhige Hand und etwas Geschick.

So gelingt’s:

  1. Entspannen: Richte euch einen bequemen Platz ein und schaffe durch Streicheleinheiten eine ruhige Atmosphäre.
  2. Schneiden: Nimm die Pfote deines Vierbeiners in die linke Hand (Linkshänder in die rechte Hand) und spreize die zu schneidende Kralle leicht ab. Setz nun die Krallenzange/Krallenschere waagerecht an der Krallenspitze an[1] und schneide in kleinen Schritten – Millimeter für Millimeter – dünne Scheiben vom Nagel ab. Die Blutgefäße und Nerven vor dem Krallenbett dürfen nicht getroffen und verletzt werden, sonst entstehen Blutungen und dein Liebling bekommt Schmerzen. Obwohl man die Enden der Gefäße bei hellen Krallen gut erkennen kann, empfehlen wir, nicht zu viel auf einmal abzuschneiden.
  3. Feilen: Glätte zuletzt überstehende Kanten und Ecken mit der Krallenfeile.

Unser Tipp: Damit die Krallenpflege möglichst unkompliziert und stressfrei gelingt, trainiere schon frühzeitig mit deinem Liebling ruhig zu liegen und gewöhne ihn an die Werkzeuge. Fühlst du dich noch zu unsicher, überlasse die ersten Krallenbehandlungen besser dem Tierarzt oder schau’ erfahrenen Hundebesitzern bei der Prozedur über die Schulter.

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