Mein Hund wälzt sich in Kot: Was ist zu tun?

Beim Spaziergang läuft dein Vierbeiner frei über die Felder. Plötzlich bleibt er interessiert stehen, schnüffelt ausgiebig und konzentriert an einer Stelle, lässt sich schwungvoll auf den Rücken fallen und wälzt sich ausgiebig. An dem Gestank erkennst du sofort: ein totes Tier oder Kot haben seine Begierde geweckt! Was dir als Hundehalter eklig erscheint, ist für deine Fellnase eine wohlduftende Beschäftigung. Aber warum lieben es Hunde so sehr sich im Kot ihrer Artgenossen und anderer Tiere zu wälzen und was reizt sie an Aas? Wir erläutern mögliche Gründe und erklären dir, wie du auf seine Vorliebe für unangenehme Gerüche einwirken kannst.

5 Gründe, warum sich dein Hund in Kot wälzt

Hunde wälzen sich instinktiv gern im Gras, Schlamm oder Dreck – oder eben auch in Kot oder Aas. Die Ursachen dafür sind:

  1. Imponieren: In diesem Fall hat es einen sexuellen Hintergrund. Dein Vierbeiner weckt durch natürliche Gerüche die Neugierde seiner Artgenossen. Wälzt er sich in Kot oder Aas, ist ihm das Interesse anderer Hunde gewiss.
  2. Aufmerksamkeit erregen: Die Duftnote von Aas und Kot löst grundsätzlich eine Reaktion beim Hundehalter aus. Dein Hund freut sich immer über Aufmerksamkeit, auch wenn du dich maßregelnd zuwendest.
  3. Tarnen: Besonders Hunde mit ausgeprägtem Jagdinstinkt wälzen sich in Aas und stinkenden Haufen von Beutetieren und überdecken damit ihren Raubtiergeruch. So nimmt potenzielle Beute deinen Hund erst aus geringer Entfernung wahr.
  4. Markieren: Einige Hunde wälzen sich über möglicher Nahrung, um sie so mit ihrem Eigengeruch zu markieren. Damit zeigen sie Rivalen ihr Eigentum auf.
  5. Wohlfühlen: Grundsätzlich drücken Hunde mit Wälzen ihr Wohlbefinden aus. Sie genießen es regelrecht, sich das Fell zu scheuern und ganz nebenbei interessante Gerüche aufzunehmen.

Unser Tipp: Dein Hund wälzt sich nicht nur gerne im Kot sondern frisst ihn regelmäßig? Mögliche Gründe dafür, wie gefährlich Kotfressen ist und wie du es verhindern kannst, erfährst du in unserem Beitrag “Mein Hund frisst Kot: Was kann ich tun?”.

In Kot gewälzt: So entfernst du den Geruch

Neuer Tag, neuer Duft! Dein Vierbeiner wälzt sich täglich in unterschiedlichen Gerüchen und belastet möglicherweise deine Nase. Deinen Hund täglich mit Hundeshampoo zu duschen, ist jedoch nicht ratsam, da das Fell und die Haut deines Hundes so ihren natürlichen Fettgehalt verlieren und sich schnell juckende Schuppen bilden. Auch ist die Haut dann nicht mehr ausreichend vor Umwelteinflüssen wie Regen und starker Sonneneinstrahlung geschützt. Möglicherweise wälzt sich dein Hund auch vermehrt, da er den Seifengeruch loswerden möchte. Diesen Teufelskreis kannst du mit diesen 3 einfachen Tipps durchbrechen:

  1. Hausmittel: Bei besonders hartnäckigen Verschmutzungen und starken Gerüchen verdünne etwas Apfelessig mit lauwarmen Wasser. Dusche deinen Hund kurz in der Wanne ab, trag’ anschließend das Apfelessig-Wasser-Gemisch auf das Fell auf und massiere es gut bis zur Wurzel ein. Um deine Hände zu schonen empfehlen wir dir, Putzhandschuhe zu tragen.
  2. Ausbürsten: Hat dein Vierbeiner sich in Pferdeäpfeln gewälzt, lässt du das betroffene Fell einfach trocknen und bürstest die Kotreste gründlich aus.
  3. Parfümieren: Bei mäßigen Gerüchen ohne sichtbare Verschmutzung kannst du deinen Hund mit einem natürlichen Hundeparfum einsprühen. Besonders eignen sich Inhaltsstoffe wie Aloe, Kokosöl oder Lavendel. Meide chemische Zusätze sowie Deo oder Parfum für Menschen, denn leckt dein Hund sich sein Fell, könnte er dabei chemische Zusätze aufnehmen und verschlucken.

Wie kann ich meinem Hund das Wälzen in Kot abgewöhnen?

Möchtest du langfristig vermeiden, dass sich dein Liebling in Exkrementen oder Aas wälzt, kannst du diese Erziehungsregeln ausprobieren:

  • Richtiges Timing: Wirke schon bei der Idee sich zu Wälzen auf deinen Hund ein. Knicken seine Vorderbeine bereits ein und rollt er seinen Nacken schon in Seitenlage, ist es zu spät! Redest du jetzt noch auf deinen Vierbeiner ein oder greifst beherzt ins Halsband, bezieht er das nicht mehr auf ein Fehlverhalten, stattdessen bestärkt deine Aufmerksamkeit ihn schlimmstenfalls in seinem Handeln.
  • Differenzieren: Das Wälzen in Dreck und Gras ist Teil einer artgerechten Haltung. Darum verhindere bestenfalls ausschließlich, dass sich dein Hund in stinkenden Dingen wie Aas und Haufen wälzt, aber gönn’ ihm ausgiebige Gras- und Schlammbäder.
  • Trainieren: Damit dein Hund lernt, was erlaubt ist und was nicht, gehe die erste Zeit mit langer Leine spazieren (am besten mit einer Schleppleine). So kann dein Vierbeiner ausgiebig schnüffeln und relativ frei laufen, du bist jedoch nah genug und erkennst frühzeitig, ob er sich gerade wälzen darf oder nicht. Sobald dein Hund wieder ohne Leine toben darf, beobachte sein Verhalten genau: Fixiert er sich auf eine Stelle mit Kot oder Aas und setzt zum Wälzen an, lenke seine Aufmerksamkeit auf dich, z. B. indem du ihn erschreckst. Dies gelingt sehr gut mit einer Wurfkette oder einem ähnlichen ungefährlichen Gegenstand. Kombiniere dein Verhalten mit dem Kommando “Nein!”. Bleibt seine Aufmerksamkeit nun bei dir, lobe deinen Vierbeiner ausgiebig.

Fazit: Wälzt sich deine Fellnase in Kot, bestrafe sie nicht dafür – schließlich ist es ihr natürlicher Instinkt. Mit gezieltem Training und gegenseitigem Verständnis gelingt ein Kompromiss, der beide Seiten zufriedenstellt. Wie hast du solche Situationen bisher erlebt? Wir freuen uns über deine Geschichten und Tipps!

Kommentare