Mein Hund frisst Kot: Was kann ich tun?

Beim Spaziergang tobst du mit deinem Vierbeiner über die Wiese und trittst in einen Kothaufen. Was bei dir als Hundehalter Ekel auslöst, empfindet deine Fellnase durchaus als attraktive Futterquelle. Neugierig schnuppert sie an deiner Sohle oder leckt sogar die Kotspuren vom Schuh? Kein Grund zur Panik: Fettsäuren im Kot von Artgenossen, anderen Tiere oder sogar von Menschen ziehen deinen Hund häufig magisch an. Frisst dein Vierbeiner gelegentlich kleine Mengen Kot, besteht daher kein Grund zur Sorge. Nimmt er hingegen regelmäßig und größere Mengen Kot auf und scheint generell stetig auf Nahrungssuche zu sein, ist dies Anlass, einmal genauer hinzuschauen.

8 Gründe warum dein Hund Kot frisst

Kotfressen, auch Koprophagie genannt, kann viele Ursachen haben:

  1. Revierverhalten: Duldet dein Vierbeiner keine Rivalen in seinem Revier, wird er die Ausscheidungen seiner Artgenossen fressen und so die fremden Gerüche aus seinem Revier entfernen.
  2. Hygiene: Werden Hunde im Zwinger gehalten und ist dieser stark verschmutzt, fressen einige Tiere ihre eigenen Haufen und reinigen damit ihren Lebensraum. Auch Hündinnen fressen nach der Geburt ihrer Welpen deren Kot. So halten sie die Wurfbox und das Umfeld sauber und es bilden sich bestenfalls keine Bakterien..
  3. Stress: Äußere Faktoren wie eine unklare Rangordnung bedeuten für deinen Hund möglicherweise Stress, da ihm seine Rolle im Rudel nicht bekannt ist und er daher seine Grenzen nicht verstehen kann. Dein Hund zeigt dir also mit auffälligem, negativen Verhalten wie Kotfressen, dass ihn etwas belastet.
  4. Aufmerksamkeitsdefizit: Sind Hunde lange und häufig allein oder haben sie Langeweile und mangelt es ihnen an Beschäftigung, könnte das Kotfressen auf zu wenig Aufmerksamkeit hindeuten. Für sie ist es eine Form der Aufmerksamkeit, wenn ihr Hundehalter sie maßregelt; sie fressen ihren Kot, um auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erlangen.
  5. Belastung: Besonders Sporthunde nehmen bei Überlastung Kot auf um ihren Energiebedarf schnell wieder aufzuholen.
  6. Krankheit: Eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse verhindert eine optimale Verwertung der Nährstoffe, weshalb dein Hund ständig nach einer Nahrungsquelle zur Energiegewinnung suchen wird.
  7. Wurmbefall: Innere Parasiten führen eine Störung der Verdauungsvorgänge herbei. In diesem Fall versucht dein Hund konsequent Nahrung aufzunehmen, um so die Verdauung anzuregen.
  8. Ernährungsdefizite: Ist das Futter für deinen Vierbeiner nur schwer verdaulich oder nicht vollwertig genug, um ausreichend Energie für seine Aktivitäten zu liefern, liegt eine Mangelernährung vor. Der Nährstoffmangel kann das Kotfressen begünstigen. Zudem lassen chemisch hergestellte Geschmacksverstärker in minderwertigen Futtersorten den eigenen Kot oder den seiner Artgenossen attraktiv erscheinen.

Kotfressen: 3 mögliche Gefahren für deinen Hund

Frisst dein Hund regelmäßig Kot, ist das nicht nur unangenehm, sondern kann ihn schlimmstenfalls auch gesundheitlich beeinträchtigen. Drei häufige Folgen der Koprophagie sind:

  1. Würmer und Parasiten: Einige Parasiten legen ihre Eier auf Kot ab, aus denen sich Larven entwickeln. Nimmt dein Hund solchen Kot auf, gelangen die Parasiten in sein Verdauungssystem..
  2. Medikamente: Sind Tiere erkrankt, bekommen sie in vielen Fällen Medikamente verabreicht, deren Inhaltsstoffe teilweise über den Kot wieder ausgeschieden werden. Pferdeäpfel beispielsweise können für Hunde toxische Zusätze enthalten, wenn das Pferd gerade eine Wurmkur erhalten hat. Aber auch andere Medikamentenrückstände können Vergiftungserscheinungen hervorrufen.
  3. Krankheitserreger: Möglicherweise nimmt deine Fellnase über die Ausscheidungen seiner Artgenossen oder den anderer Tiere Krankheitserreger auf. Giardien in Hundekot führen zum Beispiel zu blutigem Durchfall und Mattheit. Kot einiger Wildtiere kann Seuchen wie Vogelgrippe, Hasenpest (Tularämie) oder einen Salmonellenbefall zur Folge haben.

Achtung: Auch für Menschen können Folgeerkrankungen des Kotfressens gefährlich werden. Leckt dein Hund beispielsweise die Hand eines Kindes ab und nimmt das Kind diese anschließend ungewaschen in den Mund, gelangen schlimmstenfalls Parasiten wie Spulwürmer in seinen Verdauungstrakt. Neben Parasiten stellen auch Zoonosen wie Toxoplasmose oder Hasenpest eine Gefahr für Menschen dar. Hat dein Vierbeiner Kot gefressen, ist es daher ratsam, sein Maul und deine Hände unverzüglich gründlich zu reinigen.

Unser Tipp: Wenn du die Zähne deines Hundes reinigen möchtest, biete ihm zunächst einen Apfel an. Durch Kauen des Apfels werden auch die Zahnzwischenräume von Exkrementen befreit. Im Anschluss kannst du die losen Kotreste mit einer weichen, leicht feuchten Zahnbürste entfernen. Nimmt dein Hund den Apfel nicht an, dann kannst du direkt mit der Zahnbürste putzen.

Vorsorge: So verhinderst du, dass dein Hund Kot frisst

Möchtest du vermeiden, dass dein Liebling Exkremente frisst, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten erzieherisch einzuwirken oder einige Bedingungen anzupassen. Einige Vorschläge sind:

  • Kommando erteilen: “Aus!” ist eines der Grundkommandos, die dein Hund von Beginn an lernen sollte. Damit wirkst du schon vom Welpenalter an auf deinen Hund ein, verhinderst den ersten Biss in den Kot oder sorgst dafür, dass dein Vierbeiner den schmackhaften Pferdeapfel wieder fallen lässt.
  • Kot unattraktiv machen: Streust du Pfeffer über die Haufen im heimischen Garten, wird sich dein Hund aufgrund des scharfen Geschmacks wahrscheinlich kein weiteres Mal daran versuchen.
  • Grenzen setzen: Erwischst du deinen Hund in flagranti bei der Kotaufnahme, hilft es, ihn durch leichtes Schubsen vom Haufen zu entfernen. Ist die Distanz zwischen euch zu groß, kannst du alternativ eine Wurfkette, Leine oder anderen ungefährlichen Gegenstand in seine Richtung werfen. um deinen Hund zu erschrecken und so das Kotfressen negativ zu prägen. Ziele dabei jedoch niemals direkt auf deinen Hund!
  • Futterumstellung: Möglicherweise ist der Energiegehalt der von dir gefütterten Nahrung nicht mehr angemessen für das Alter oder die Aktivität deines Lieblings. Über individuelle Futtermöglichkeiten kannst du dich im Fachhandel beraten lassen.
  • Futterergänzungsmittel: Besitzt du einen sehr aktiven, immunschwachen oder alten Hund, reichen die Nährstoffe des Futters möglicherweise nicht aus, um den Bedarf deines Lieblings zu decken. In dem Fall kannst du natürliche Ergänzungsmittel zufüttern.

Fazit: Frisst deine Fellnase Kot, ist für Laien nur schwer erkennbar, welche Ursache dahintersteckt. Ziehe daher am besten einen Tierarzt zu Rate und lass’ den Grund des Kotfressens abklären, bevor du vorbeugend oder erzieherisch einwirkst.

Dein Hund frisst nicht nur gerne Kot sondern wälzt sich zudem gern darin? Mögliche Gründe dafür und wie du das Verhalten verhindern kannst erfährst du in unserem Beitrag “Mein Hund wälzt sich in Kot: Was ist zu tun?”

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