Welcher Hund passt zu mir?

Welcher Hundetyp ist der richtige?

Zwar kommt es manchmal anders, als man ursprünglich denkt – aber Hund und Halter sind ein Hundeleben lang gebunden und eine harmonische Beziehung ist für beide Seiten eine Grundvoraussetzung für ein gemeinsames, zufriedenstellendes Leben.

Je nachdem welcher Typ Mensch du bist, sollte dein Hund gewisse Eigenschaften erfüllen, die möglichst zu deinem Leben passen. Deine eigenen Aktivitäten, Fitness und dein Zeitmanagement sowie persönliche äußere Vorlieben, sollten genauso Einfluss auf deine Entscheidung haben, wie deine Lebens- und Wohnsituation.

Welche Größe soll dein Hund haben?

Ein Faktor bei der Wahl des passenden Vierbeiners ist die Größe des Hundes. Die Wahl des Hundes sollte, unter anderem, auf deine Wohnsituation abgestimmt sein, d. h. die Wohnung sollte genug Platz für Rückzugsmöglichkeiten bieten und der Garten oder die Umgebung als Auslauf dem Bewegungsbedarf deines künftigen Mitbewohners entsprechen. Dabei gilt: Ein kleiner Hund braucht nicht unbedingt weniger Platz als ein großer Hund! Eine Deutsche Dogge beispielsweise, zählt zwar zu den großen Hunden, benötigt aber nicht mehr Platz als ein kleiner, dafür aber sehr lebendiger Jack Russell Terrier.

Wenn du zum Beispiel in einem Wohnhaus mit mehreren Etagen, ganz oben wohnst, ist es ratsam einen Hund zu wählen, welchen man im Notfall noch tragen kann. Aus verschiedenen Gründen dürfen oder können manche Hunde keine Treppen laufen und einen 30-40 Kg schweren Hund die Treppen hinaufzutragen, ist für viele schlichtweg unmöglich.

Auch solltest du überlegen welche Aktivitäten du mit deinem Hund vor hast. Ein kleiner Chihuahua, zum Beispiel, eignet sich eher weniger zum Joggen und Radfahren als ein Retriever.

Nur wer hier sorgfältig schaut, kann seine Lebensweise mit den Bedürfnissen des Tieres in Einklang bringen. Die Größe des Hundes wird u. a. an der Schulterhöhe gemessen.

Präferierst du eine bestimmte Rasse oder ein bestimmtes Aussehen des Vierbeiners?

Ob groß oder klein, kurze Schnauze oder lange Schnauze, Beige oder doch lieber Schwarz? Hunde gibt es in unfassbar vielen Gestalten. Dabei ist neben den grundlegendem Aussehen das Fell nicht aus der Acht zu lassen:

Du magst es lieber wild und lockig oder doch lieber glatt und kurz? Oder bevorzugst du langes, geschmeidiges Fell? Hundefell hat viele Farben und Formen und die Pflege kann manchmal viel Zeit in Anspruch nehmen.

Eine dicke Unterwolle kann zu enormen, losen Haarmassen führen, die durch die ganze Wohnung schwirren. Bei zu wenig oder dünnem Fell muss bei kühlen Temperaturen für zusätzliche Wärme, in Form von Hundemänteln, gesorgt werden. Es gibt aber auch einige Rassen, die nicht Haaren und sogar als allergikerfreundlich gelten, zum Beispiel der Pudel.

Eine generelle Fellpflege ist unumgänglich. Während die meisten nicht haarenden Hunderassen geschoren werden sollten, müssen andere Hunde, mit zum Beispiel langem Fell, ausgiebig und regelmäßig gebürstet werden, damit ihr Fell nicht verfilzt. Etwas einfacher haben es die Besitzer von kurzhaarigen Hunden mit glatter Fellstruktur - einfach kurz abstriegeln und der Hund erscheint fast wieder im neuen Glanz.

Wir raten dir daher dazu, nicht ausschließlich nach dem Aussehen zu wählen, sondern auch die nötige Fellpflege bei deiner Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Rasse mit einzubeziehen.

Sollte dein neuer Liebling agil oder eher gemütlich sein?

Auch wenn das Aussehen oft ausschlaggebend für die Wahl des Hundes ist, dürfen die inneren Werte nicht unterschätzt werden. Wie wir Menschen, haben auch Hunde unterschiedliche Charaktere. Bei manchen Hunden kann ein falsch verstandenes oder unterfordertes Wesen verheerende Auswirkungen mit sich ziehen. Beachte, dass dein neuer Begleiter nur zum Traumhund werden kann, wenn ihr bestmöglich aufeinander abgestimmt seid.

Beispiele:

Der Begleithund

Ein Gesellschaftshund der immer mit dabei sein will und sich über viel Zuwendung freut.

Das Wesen ist sozial und freundlich, neugierig und lernbereit. Meistens sind die Begleithunde auch sehr kinderlieb. Die Hunde werden gezüchtet, um ihren Menschen ihr Leben lang einfach einfach zu begleiten und Gesellschaft zu leisten. Sie benötigen eine gute, sanftmütige Erziehung und sind meist auch für Anfänger geeignet.

Besonders geeignet ist ein Begleithund für dich, wenn du viel im Büro arbeitest und die Möglichkeit hast, deinen Liebling mit zur Arbeit zu bringen. Auch als Senior bist du bei der Wahl dieser Gesellschaftshunde gut beraten. Viele Begleithunde eignen sich zudem gut als Stadthunde und sind die perfekten Familienhunde. Ob Bolonka Zwetna, Mops oder Pudel – da ist für jeden der passende Hund dabei.

Der Jagdhund

Sportlich, aktiv, energisch und arbeitswillig sowie selbstbewusst und intelligent.

Diese Faktoren beschreiben nur einen kleinen Teil der Eigenschaften, die die Gattung Jagdhund mit sich bringt. Durch den meist stark ausgeprägten Jagdinstinkt erfordert dieser Typus viel Arbeit, Konsequenz und Ausdauer bei der Erziehung.

Es gibt verschiedene Arten von Jagdhunden, über die du dich vorab informieren solltest. Vom kleinen Dackel, Beagle und Jack Russel bis hin zum Retriever, Weimaraner und allen sogenannten Windhunden sind sämtliche verschiedene Größen und Charaktere vorhanden.

Du musst nicht unbedingt ein Jäger sein, um einen Jagdhund zu halten. Wenn du dich zu den sportlichen und aktiven Menschen zählst, dich gern draußen bewegst und offen gegenüber Hobbies und Aktivitäten, wie zum Beispiel dem Agility Training und Fährten- sowie Apportiertraining, bist, ist ein Jagdhund eine gute Wahl. Während viele Jagdhunde entsprechend gefordert werden müssen, eignen sich viele andere Jagdhunde, die zu den gutmütigeren und sanfteren Wesen zählen, hervorragen auch als Familienhund.

Der Herdenschutzhund

Selbstbewusst, dominant, aufmerksam, eigenständig und jederzeit bereit seine Herde, bzw. seinen Menschen zu verteidigen.

Hier ist Erfahrung gefragt: Der meist große und kräftige Herdenschutzhund benötigt neben viel Auslauf eine konsequente und strenge Erziehung. Wenn du deine klare Führung als Leittier aufrechterhalten kannst, ist der Herdenschutzhund ein loyaler Begleiter. Erziehungsfehler können jedoch im schlimmsten Fall zu Aggressionen sowie zu Feindseligkeiten gegenüber Fremden führen.

Bist du bereits mit der Haltung von Herdenschutzhunden betraut, bewohnst ein großes Gelände oder einen Bauernhof und benötigst vorrangig einen Vierbeiner an deiner Seite, der als Arbeitshund oder Hofhund seinen Aufgaben nachgeht und Kommandos befolgt, kommt dieser Hundetyp dir sehr entgegen. Als reiner Wohnungshund, zur Erfüllung von Zuneigung und als gemütlicher Schmusetiger ist ein Herdenschutzhund aufgrund seines sehr ausgeprägten Territorialverhaltens und der verankerten Dominanz nicht geeignet.

Beliebte Rassen sind zum Beispiel: Pyrenäen-Berghund, Kangal, Kuvasz oder der Kaukasische Owtscharka.

Der Hütehund/ Hirtenhund

Wer kennt ihn nicht? Lassie – der schlaue Hund, der immer und überall aufopfernd hilft.

Intelligent, gutmütig, gehorsam, aufmerksam, aktiv und ausdauernd sind die prägenden Eigenschaften des Hütehundes.

Hütehunde zählen zu den Arbeitshunden und wurde ursprünglich gezüchtet, um Herden zu treiben und zusammenzuhalten. Da dieser Job in der modernen Hundehaltung meistens entfällt, benötigt der Hütehund sehr viel Beschäftigung. Neben extrem viel Bewegung ist aber auch viel Kopfarbeit gefragt. Dieser Typ von Hund benötigt ständige Aufmerksamkeit und Forderung. Dabei das richtige Maß einzuhalten ist schwierig, denn sowohl unterforderte als auch überforderte Hunde entwickeln unerwünschte Verhaltensweisen oder krankhafte Zwänge. Gut ausgelastet kann ein Hütehund aber auch ein toller Familienhund werden.

Dieser Hund wird dein Hobby - Du solltest Spaß daran haben, dem Hund ständig neue Herausforderungen bieten zu können. Wenn ein Einsatz als tatsächlicher Hütehund nicht möglich ist, musst du für genügend andere Beschäftigung sorgen. Ausgiebige Sporteinheiten, Agility, Dog Dancing oder das Einüben diverser Tricks machen viel Spaß und sorgen für Abwechslung.

Der Wachhund

Als Wachhund verbindet man direkt Deutsche und Belgische Schäferhunde, Dobermann, Rottweiler oder ähnliche massive „Türsteher“. Sie sind sehr gelehrig und loyal, souverän und mutig und verfügen meist über einen ausgeprägten Schutzinstinkt.

Wachhunde benötigen eine erfahrene klare Führung und konsequente Erziehung – sind dann aber auch dazu bereit dir zuzuhören und deinen Kommandos zu folgen. Auf Grund dieser Charaktereigenschaften und des respekteinflößenden Aussehens werden Wachhunde oft im Schutzdienst bei der Polizei oder zur Bewachung von Höfen und Gebäuden eingesetzt.

Den Wachhunden zugeordnete Rassen fühlen sich in einem gut überschaubaren Revier am wohlsten. Wohnst du in einem Haus mit Garten oder großem Grundstück, das rundherum gut eingezäunt ist, oder kannst du einen Wachhund als Hofhund einsetzen, bietest du diesen Hunden die besten Voraussetzungen. Mantrailing und andere Fährtenarbeit schafft gute Abwechslung und macht Spaß.

Der Mischling

Der Individuelle - Bei einem Mischling spielt der Zufall mit. Einzelne Wesenszüge können ausgeprägter sein als andere. Dies im Vorfeld festzustellen ist nicht möglich, da man sich nicht sicher sein kann, welche Gene sich bevorzugt durchdrücken werden. Anhand des Aussehens kann man oft erkennen, welche Rassen beteiligt sein könnten. Der Charakter wird einzigartiger sein als bei einem typischen Rassehund.

Um herauszufinden, welche Vorlieben und Neigungen dein Hund hat, solltest du verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten austesten. Vielleicht ist Fährtenarbeit interessanter als Agility oder andersrum.

Hybrid-Hunde

Labradoodle, Goldendoodle & Co

Bei den heutigen sogenannten Designer-Hunden werden zwei Rassen gekreuzt, um die besten Eigenschaften herauszufiltern. So verbindet zum Beispiel der Goldendoodle die Freundlichkeit und Ausgeglichenheit eines Golden Retrievers, mit dem nicht haarenden Fell des Pudels.

Bei Wolfshybriden, wie dem Tschechischen Wolfshund hingegen, sollte dir bewusst sein, das eine artgerechte Tierhaltung nicht dem eines normalen Haushundes entspricht. Definitiv sollte bei solchen Rassen die entsprechende Erfahrung vorhanden sein.

Unser Tipp: Neben den aufgezählten Hundetypen gibt es noch viele weitere Hundetypen - Erkundige dich jeweils im Vorfeld genau über die Eigenschaften und die Bedürfnisse deines zukünftigen Begleiters. Nur so kann ein harmonisches und glückliches Zusammenleben funktionieren.

Den passenden Hund auswählen

Du hast nun einen guten Überblick zu den verschiedenen Hundetypen erhalten und bist deinem künftigen Weggefährten ein Stück näher gekommen. Hast du bereits eine Entscheidung treffen können? Wir sind gespannt!

So geht’s weiter: Der nächste Schritt führt dich zur Entscheidung, welches Hundealter das für dich passende ist und ob du lieber einen Hund aus dem Tierheim oder vom Züchter kaufen möchtest.

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