Kitten-Entwicklung: So wird dein Kätzchen groß

Entwicklungsphasen eines Kätzchens

Kitten entwickeln sich erstaunlich schnell – so werden aus den winzigen Fellknäulen mit ihrem spitzen Milchgebiss innerhalb von wenigen Wochen aktive Jungtiere, die mit zwölf Monaten zu adulten Katzen heranwachsen. Wir erklären dir, welche Lebensphasen die Babykatzen auf ihrer Entwicklungsreise durchlaufen.

Die ersten Tage nach der Geburt

Endlich ist es soweit: Die Kitten werden geboren! Der Wurf ist eine wuselige Gruppe kleiner Katzenbabys. Dank ihres Tastsinns können die Kleinen gezielt zu den Zitzen der Mutter robben. Dort trinken die Kitten die nahrhafte Muttermilch. Die Erstmilch, auch Kolostrum genannt, ist besonders wichtig, denn sie nehmen damit wichtige Nährstoffe und Antikörper für eine gesunde Entwicklung auf. Die kleinen Kätzchen kommen zahnlos, taub und blind zur Welt. Zudem besitzen sie nur wenig Fell und können sich nicht selbstständig temperieren, weshalb sie auf die Wärme ihrer Katzenmutter und Wurfgeschwister im Nest angewiesen sind. Nach etwa drei Tagen trocknet ihre Nabelschnur aus und fällt ab. Davon bekommen die kleinen Katzenbabys vermutlich gar nichts mit, denn sie schlafen fast ununterbrochen und werden lediglich wach, damit sie saugen und die Körperpflege durch ihre Mutter genießen können.

Katzenmutter und Junge

2. – 4. Lebenswoche

Kitten nehmen etwa 100 Gramm pro Woche zu: In der Regel kommen sie mit einem Gewicht von nicht ganz 100 Gramm zur Welt und sollten im Alter von 3 Wochen um die 400 Gramm auf die Waage bringen. Wiege die Kätzchen am besten jeden Tag. So kannst du nachvollziehen, ob sich die Kleinen gesund entwickeln. Mit etwa einer Lebenswoche nehmen die kleinen Welpen erste Geräusche wahr, können sich jetzt aber noch nicht an ihnen orientieren oder ihnen folgen. Zwischen der 2. und 3. Lebenswoche, mit dem Durchbrechen der ersten Milchzähne, öffnen die Kitten langsam ihre Augenlider und lernen zudem durch Zittern ihrer Muskulatur die eigene Körperwärme zu regulieren. Ihre Kraft reicht aktuell jedoch noch nicht aus, um die Körpertemperatur dauerhaft zu halten. Mit etwa drei Wochen können sich die kleinen Kitten für kurze Zeit auf den Beinen halten und tapsen möglicherweise sogar tollpatschig erste kleine Schritte vorwärts. Jetzt nehmen sie auch aktiv Kontakt zu ihren Wurfgeschwistern und der Mutter auf und setzen Kot und Urin meist selbstständig ab. Bestenfalls gewöhnst du die Babykatzen von Anfang an daran, auf die Katzentoilette zu gehen. In unserem Beitrag “Katze stubenrein bekommen: So gelingt’s” geben wir wertvolle Tipps.

Unser Tipp: Zum Ende der 4. Lebenswoche beginnen Kitten in der Regel erste feste Nahrung aufzunehmen. Damit diese gut verdaulich ist und nicht schwer in den kleinen Mägen liegt, verdünn’ das Kittenfutter mit Wasser, zerdrücke das Gemisch zu einem weichen Brei und füttere bestenfalls nur kleine Portionen. Zudem benötigen die Katzenkinder nun immer Zugang zu einem Napf mit frischem Wasser.

kleines Kitten

5. – 9. Lebenswoche

Haben die Kitten den ersten Lebensmonat vollendet, fressen sie immer häufiger selbstständig und saugen dementsprechend seltener Milch bei ihrer Mutter. Die Nahrungsumstellung führt häufig zu Verdauungsstörungen und Durchfall. Das ist jedoch kein Grund zur Sorge, solange die Kitten gepflegt aussehen und kein Gewicht verlieren.

Mittlerweile werden die Kätzchen zunehmend aktiver, tollen spielerisch miteinander herum und putzen sich selbstständig. Mit etwa sechs Wochen beginnt die Sozialisierungsphase. Damit legen die Katzenjungen etwaige Ängste vor Neuem ab und werden zunehmend neugieriger. Du kannst diese Zeit super nutzen, und die wissbegierigen Kitten an künftige Besitzer, Hunde oder Balkone und Terrassen zu gewöhnen. Lass die Kleinen dabei am besten nie unbeaufsichtigt und sichere die Umgebung. Nach und nach beziehen die Babykatzen auch Katzenspielzeuge in ihre Spieleinheiten ein. Das Jagen von Stoffmäusen oder kleinen Bällen fördert dabei die Koordination ihrer Bewegungsabläufe und stärkt ganz nebenbei auch ihre Muskulatur.

Jetzt ist auch der Zeitpunkt für den ersten Besuch beim Tierarzt. Dort kannst du dich auch über mögliche Impfungen informieren.

Unser Tipp: Auch wenn die Kitten in ihrer Sozialisierungsphase oft mutig und überschwänglich wirken, gib ihnen ausreichend Raum und Zeit, Neues stressfrei zu erkunden und dränge sie nicht in unbekannte Situationen. Denn möglicherweise sind einige Katzenkinder skeptischer und vorsichtiger als ihre Wurfgeschwister.

3. – 4. Lebensmonat

Im Alter von etwa zwei Monaten entwickeln die Kitten ein Verständnis für ihre Rolle in der Gruppe. Abhängig von ihrem Wesen und je nachdem, welche Erfahrungen sie bisher gemacht haben, entwickelt sich ein Kätzchen nun forsch und dominant oder zurückhaltend und unterwürfig. Neben den Wurfgeschwistern nimmt jetzt auch der Mensch Einfluss auf das Verhalten der Katzenbabys. Als künftiger Katzenhalter ist es daher sinnvoll, wenn du die Kitten bereits häufig besuchst und körperliche Nähe zu ihnen aufbaust, bevor du dein Katzenjunges mit etwa 10-12 Lebenswochen zu dir nach Hause holst. Ist das Kätzchen erstmal bei dir eingezogen, beginnt für euch eine spannende Zeit mit vielen Herausforderungen und Entdeckungen.

Unser Tipp: Bist du unsicher, wie du dein Kitten an sein neues Zuhause gewöhnst und ihm die Trennung von den Wurfgeschwistern und der Mutter möglichst leicht machst? Dann schau doch mal in unseren Ratgeber “Katze eingewöhnen: So gelingt der Start im neuen Zuhause”.

Jungkatze: Deine Samtpfote wird geschlechtsreif

Mit etwa 4 Monaten entwickelt sich ein Kitten langsam zu einer Jungkatze. In dieser Entwicklungsphase testet sie in der Regel häufig Grenzen aus und stellt möglicherweise sogar die Hierarchie und somit den eigenen Rang im Haushalt in Frage. Nun fallen auch die Milchzähne aus und die bleibenden Zähne wachsen nach. Bereits mit sechs Monaten erreichen Katzenkinder ihre Geschlechtsreife und sind mit Vollendung des achten Lebensmonats kräftig genug, um erste Streifzüge an der frischen Luft zu unternehmen, bei denen sie vorsichtig die Außenwelt erkunden können.

Unser Tipp: Möchtest du dein Katzenkind als Freigänger halten? Wie du es daran gewöhnst und welche Herausforderungen euch erwarten, erfährst du in unserem Beitrag “Freigänger-Katzen: Das solltest du wissen”.

Kater

Erwachsene Katze: Aktive Zeit für Stubentiger und Freigänger

In der Regel sind Katzen, je nach Rasse und Größe, mit 12-15 Monaten ausgewachsen. Nun kannst du langsam von Kittennahrung auf Katzenfutter für adulte Tiere umstellen. Die Statur eines Katers, vor allem wenn er unkastriert ist, entwickelt sich oftmals über mehrere Lebensjahre: So wachsen u. a. die Muskeln oder der Kopf weiter und lassen die Katzenherren stattlich und kräftig erscheinen. Reine Stubentiger neigen nun vermehrt zu Übergewicht. Daher ist ausreichend Beschäftigung und Bewegung in diesem Lebensabschnitt besonders wichtig: Mit unterschiedlichen Katzenspielzeugen animierst du deine Samtpfote zum Jagen und Herumtollen. Wie wäre es zudem mit unserer spannenden “Bastelidee: DIY-Kratzbaum – so geht’s”? Hier kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen und deiner Katze ein kleines Kletterparadies oder sogar einen großen Indoor-Spielplatz bauen.

Katzensenior: Kuscheln statt klettern

Obwohl Katzen sehr schnell erwachsen werden, ist die Lebensphase bis zum Eintritt ins Seniorenalter sehr lang: Erst mit etwa 10 Jahren spricht man von einem Katzensenior. Deine Katze schläft nun häufiger und ist weniger aktiv. Möglicherweise suchen jetzt nicht nur Stubentiger, sondern auch leidenschaftliche Freigänger häufiger deine Nähe und schmusen am liebsten ausgiebig. Doch auch altersbedingte Marotten oder sogar Erkrankungen können sich nun einschleichen. Wirkt deine betagte Samtpfote vielleicht manchmal etwas zerstreut oder findet nicht mehr auf Anhieb den Weg zur Katzentoilette? Das könnten erste Anzeichen einer Demenz sein. Vielleicht ist deine Katze aber auch stur geworden und stellt die Ohren ab und zu einfach auf Durchzug. Am besten stellst du das Futter jetzt auf die geringere Aktivität und den damit sinkenden Energiebedarf um. So verhinderst du, dass deine Seniorkatze zunimmt oder schlimmstenfalls an Diabetes Typ-2 erkrankt.

Fazit: Jedes Katzenalter ist spannend. Obwohl dein Kitten in nur wenigen Wochen zu einer Jungkatze heranwächst und schnell groß wird, kannst du viele Jahre aktiv mit deinem Stubentiger genießen. Bist du stolzer Katzenhalter eines Freigängers, jagt er bestenfalls ein ganzes Jahrzehnt über die Felder, um dann als betagter Senior behütet an deiner Seite zu kuscheln. In unserem Magazin findest du einige Tipps zur Beschäftigung deiner Samtpfote in jedem Alter.

Wie lebst du mit deiner Katze zusammen? Wir freuen uns auf deine Story!

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