Hund und Kind: So wird’s ein Dreamteam

Du und dein Partner, ihr seid bereits stolze Eltern und wollt nun das Familienglück mit dem Einzug eines Hundes perfekt machen? Vielleicht teilt ihr euer Leben auch schon mit einem Hund, der in wenigen Wochen euren Nachwuchs kennenlernen wird? Wir erklären dir, welche Hunderassen besonders geeignet sind und wie du Fellnasen und Kinder richtig zusammenführst, damit eine echte und langjährige Freundschaft entsteht.

6 Gründe, warum Hunde gut für Kinder sind

Kinder leben unbedarft und sind meist von Natur aus tierfreundlich. Besonders Hunde ziehen Kinder magisch an und stehen bei den Kleinen ganz weit oben auf der Wunschliste. Wir nennen dir 6 Gründe, warum Kinder und Hunde voneinander profitieren und es sinnvoll sein könnte, deinem Kind seinen Haustierwunsch zu erfüllen:

  • Gesundheit: Hunde beeinflussen das physische und psychische Wohlbefinden. Die bedingungslose Liebe und Loyalität der Vierbeiner stärkt die emotionale Bindung und Vertrauen. Zudem belegt eine Studie der finnischen Universität Kuopio, dass Kinder, die mit Hunden aufwachsen, seltener unter Atemwegserkrankungen leiden.
  • Frische Luft: Spaziergänge in der Natur sind gesund. Auch gemeinsames Spielen und Herumtoben im heimischen Garten und umliegenden Feldern macht großen Spaß. Ganz nebenbei stärkt die Zeit im Freien die Abwehrkräfte und das Miteinander zwischen Kind und Hund.
  • Allergien: Wächst ein Kind von Anfang an mit einem Hund auf, entwickeln sich seltener Allergien und Ekzeme. Das besagt eine im Journal of Pediatrics veröffentlichte Studie der University of Cincinnati.
  • Verantwortung: Kinder lernen von ihren Eltern und übernehmen häufig ihr Verhalten. Ob bei der Fütterung, der richtigen Fellpflege oder bei ausgiebigen Gassirunden: Stärke das Verantwortungsbewusstsein deines Kindes, indem du wichtige Aufgaben erklärst und damit seine Freude an der Arbeit mit Tieren förderst.
  • Selbstbewusstsein: Hunde haben keine Vorurteile und bewerten Menschen nicht nach Herkunft, Aussehen und besonderen Talenten. Egal, ob dein Kind gute Noten nach Hause bringt oder beim Sportturnier den letzten Platz errungen hat: Deine Fellnase wird es immer mit der gleichen Freude und aufrichtigen Liebe begrüßen! Die Loyalität und Wertfreiheit des Vierbeiners stärkt dein Kind und wirkt sich positiv auf das Selbstbewusstsein aus.
  • Familienzusammenhalt: Hunde sorgen für Familienfrieden und Harmonie. Zudem fördert ihr liebendes Wesen die innere Ruhe. Dein Vierbeiner versucht bei Auseinandersetzungen instinktiv, parteilos zwischen seinen Rudelmitgliedern zu vermitteln. Seine unvoreingenommene Art zeigt dir und deiner Familie dabei regelmäßig auf, dass viele Streitigkeiten müßig und unbedeutend sind. Zudem steigern regelmäßige Spaziergänge mit allen Familienmitgliedern und gemeinsame Aktivitäten an der frischen Luft das Gefühl der Ausgeglichenheit und des Miteinanders.
Kind mit Hund im Arm

Unser Tipp: Wenn du mehr darüber wissen willst, ob ein Hund zu deiner Familie passt, dann wirf doch einen Blick in unseren Beitrag “Hund anschaffen: 10 Fragen vor dem Hundekauf”.

Familienhunde: Diese Rassen eignen sich besonders für Kinder

Einige Hunderassen wurden speziell auf die Bedürfnisse von Familien gezüchtet. Die Rassen aus der Gattung “Familienhunde” sind zumeist geduldig, sanft, freundlich und gesellig. Doch auch Hunderassen anderer Klassifizierungen eignen sich durch Eigenschaften wie Mut, Wachsamkeit und ihren Schutzinstinkt sehr gut für den Umgang mit Kindern. Zu den beliebtesten Rassen gehören zum Beispiel:

  • Golden Retriever: Treu und liebevoll
  • Mops: Neugierig und anhänglich
  • Bichon Frisé: Lernwillig und fröhlich
  • Englische Bulldogge: Freundlich und fügsam
  • Neufundländer: Besonnen und rücksichtsvoll
  • Collie: Agil und kinderlieb
  • Labrador: Aktiv und aufgeschlossen
  • Cavalier King Charles Spaniel: Friedlich und verschmust
  • Corgi: Selbstbewusst und quirlig

Selbstverständlich eignen sich noch viele weitere Rassen und Mischlinge als Familienhunde. Vor dem Kauf eines Hundes solltest du dir genau überlegen, welcher Hund zu euch passt, damit ein harmonisches Zusammenleben möglich wird.

Hund und Kind zusammenführen

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Grundsätzlich trifft das zu, denn die Vierbeiner wurden über viele Jahre dahingehend gezüchtet, ein loyaler Begleiter zu sein. Besonders die Entwicklung einer tiefen Bindung und Freundschaft zu Kindern hängt jedoch von unterschiedlichen Faktoren ab. Mit unseren 4 Regeln für eine harmonische Freundschaft zwischen Hund und Kind stärkst du die Kommunikation und das Verständnis und verhinderst damit eventuelle Schnappunfälle.

Kind an Hund gewöhnen

Harmonie zwischen Hund und Kind: 4 Freundschaftsregeln

  1. Lärm meiden: Kinder spielen gern und sollen sich entfalten und kindgerecht entwickeln. Dennoch sollten lautes Kreischen, extreme Spielgeräusche und voll aufgedrehte Musik in Gegenwart des Hundes vermieden werden, denn er könnte darauf panisch reagieren, Angst zeigen oder sich schlimmstenfalls selbst verletzen. Einige Hunde bauen auf diese Weise Stress ab.
  2. Warnzeichen verstehen: Hunde kommunizieren über eine eindeutige Körpersprache. Die Ohren, die Rute und der Fang sind dabei die wichtigsten Faktoren. Spannt dein Hund seine Muskulatur an, ist seine Haltung defensiv oder offensiv? Entscheidend ist das Zusammenspiel aller Partien. Bring deinem Kind die wichtigen Signale bei, damit es diese von Anfang an richtig deutet.
  3. Überforderung verhindern: Dein Hund benötigt Ruhephasen. Dazu zieht er sich wahrscheinlich in sein Hundebett oder einen anderen präferierten Schlafplatz zurück. Dieser Bereich ist tabu für dein Kind, denn beim Dösen und Schlafen tankt deine Fellnase neue Kraft und verarbeitet die bisherigen Geschehnisse des Tages.
  4. Verständnis fördern: Nicht alles, was Menschen mögen, gilt auch für Hunde. Umarmungen zum Beispiel vermitteln deinem Hund eventuell ein Gefühl von Bedrängnis. Lässt er Umarmungen deinerseits zu, trifft dies nicht zwangsläufig auch auf dein Kind zu und er reagiert möglicherweise mit Drohen oder schlimmstenfalls mit Beißen. Erkläre deinem Kind daher ein paar Verhaltensregeln im Umgang mit deinem Vierbeiner.

Hund und Baby: So gelingt der gemeinsame Start

Schon während deiner Schwangerschaft nimmt dein Vierbeiner Veränderungen und anstehende Anpassungen des Lebens wahr. Damit die neue Situation ihn nicht überfordert und von Anfang an ein harmonisches Miteinander zwischen deiner Fellnase und dem Nachwuchs ermöglicht wird, geben wir 5 Tipps zur Vorbereitung deines Hundes auf das Baby:

  1. Tagesrhythmus variieren: Verlege die Gassirunden auf unterschiedliche Zeiten, damit dein Hund aus seinem gewohnten Turnus herauskommt. Dann ist die Umstellung nicht zu groß, wenn das Baby da ist und sich der Tagesrhythmus plötzlich ganz anders gestaltet.
  2. Hundefreie Zone: Trainiere deinem Vierbeiner an, dass das Babyzimmer eine hundefreie Zone ist.
  3. “Kinderwagen-Training”: Geh’ regelmäßig mit dem leeren Kinderwagen spazieren. So gewöhnt sich dein Liebling an das möglicherweise langsamere Tempo und lernt entspannt neben dem Wagen zu laufen.
  4. Hundeplatz einrichten: Richte einen Platz für deine Fellnase ein, der ihm als kuscheliger Rückzugsort und Ruhezone dient. Dies sollte ein stiller Ort sein, den dein Baby nicht erreicht.
  5. Gewöhnung: Bring’ unmittelbar vor dem Einzug deines Babys ein Accessoire wie beispielsweise ein Spucktuch oder einen getragenen Body aus dem Krankenhaus mit, damit sich dein Hund an den neuen Geruch gewöhnt.

Achtung: Trotz akribischer Vorbereitung auf das Zusammenleben mit Hund und Baby ist es ratsam, dein Kind niemals mit dem Vierbeiner allein zu lassen. Auch friedliche Hunde können kleinen Kindern durch unbeabsichtigte Krafteinwirkung wie etwa spielerisches Pfote geben oder aufforderndes, freundliches Anstupsen mit der Nase Verletzungen verursachen.

Kind spielt mit Hund

Das richtige Alter von Kind und Hund

Allgemein gilt: Kinder unter 16 Jahren dürfen laut Tierschutzgesetz grundsätzlich nicht allein für einen Hund verantwortlich sein. Du übernimmst als Elternteil somit die Hauptverantwortung für die Fellnase. Möchtest du dein Kind in die Versorgung deines Hundes einbeziehen, unterstützt es dich beispielsweise beim Füttern und begleitet dich bei Spaziergängen? Dann bedenke bereits vor der Anschaffung des Vierbeiners folgende Aspekte:

  • Größe und Gewicht des Hundes: Einige Rassen sind aufgrund ihrer Körpergröße oder des Gewichts Kleinkindern weit überlegen. Das führt schlimmstenfalls zu unbeabsichtigten Unfällen oder Verletzungen. Bist du unerfahren in der Hundehaltung, entscheidest du dich daher bestenfalls für einen Hund, der Alter und Wachstum deines Kindes angemessen ist.
  • Alter des Hundes: Welpen fordern besondere Aufmerksamkeit und benötigen viel Erziehung, beginnend mit Stubenreinheit und einfachen Grundkommandos. Mit einem Baby oder Kleinkind in der Familie wirst du den vielen Bedürfnissen eines Welpen möglicherweise nicht gerecht. Ein Junghund oder erwachsener Vierbeiner ist meist bereits sozialisiert und beherrscht bestenfalls die wichtigsten Kommandos.
  • Vorerfahrungen des Hundes: Besonders Tierheimhunde haben bereits viel erlebt. Oftmals sind die Schicksale einzelner Fellnasen nicht bekannt. Unbedachtes, unvoreingenommenes Verhalten oder Übersprungshandlungen eines kleinen Kindes verunsichern vorbelastete Hunde möglicherweise und führen zu unerwünschten Reaktionen wie Beißen, Weglaufen, Verkriechen. Stell’ vor der Anschaffung eines adulten Hundes aus dem Tierheim oder der Auslands-Hunderettung sicher, dass dein Kind die Geschichte des Hundes versteht und entsprechend bedachten und vorsichtigen Umgang mit dem Vierbeiner pflegt.

Fazit: Zwischen Hunden und Kindern kann sich eine tiefe Freundschaft entwickeln, die ein Hundeleben lang hält. Mit unseren Tipps legst du den Grundstein für eine gute Beziehung zwischen den Familienmitgliedern und machst aus euren Schützlingen ein wahres Dreamteam. Wie sind eure Erfahrungen mit Hund und Kind: Wie haben sich die beiden aneinander gewöhnt? Hat sich eine echte Freundschaft entwickelt oder interessieren sich beide nur wenig füreinander? Wir sind gespannt auf eure Geschichten!

Quellen und weitere Infos: American Association für the Advancement of Sience (AAAS) (https://www.eurekalert.org/pub_releases/2010-09/ehs-doi092710.php) und American Academy of Pediatrics (https://pediatrics.aappublications.org/content/130/2/211?sid=5e49d3e4-af34-4a88-b9e4-8aa75bc0f6c7)

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