Welpenentwicklung: So wird dein Hund groß

Kaum eine Zeit mit deinem Vierbeiner ist so schnelllebig und vielseitig wie die verschiedenen Phasen der Welpenentwicklung in den ersten Lebensmonaten bis zur Pubertätsphase. Vermutlich bist du total verliebt in dein kleines Fellknäuel und genießt jede freie Minute mit dem tapsigen Mitbewohner. Damit du einen Eindruck bekommst, was nun in deinem Liebling vorgeht und wie sich dein Welpe entwickelt, findest du in diesem Beitrag die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Welpenentwicklung.

Entwicklungsphasen eines Welpen

Die Entwicklung deines Welpen lässt sich bis zur Hundepubertät grob in 6 Phasen einteilen:

  1. Neonatale Phase: In den ersten zehn Tagen nach der Geburt ist der Geschmackssinn deines Welpen bereits ausgebildet und er kann Geräusche wahrnehmen. Er ist aber noch auf äußere Wärme seiner Mutter und Wurfgeschwister angewiesen.
  2. Übergangsphase: In den Tagen bis zur dritten Lebenswoche können Welpen Umweltreize ihrer Umgebung wahrnehmen, sie können hören und sehen. Die Wärmeregulierung funktioniert nun auch ohne Ankuscheln an Wurfgeschwister und die Mutterhündin. Kot und Urin setzt dein Welpe nun allein ab und er wagt erste Schritte aus der Wurfkiste in das nahe Umfeld. Auch die Milchzähne zeigen sich ab der dritten Lebenswoche.
  3. Prägungsphase: Ab der 4. bis zur 8. Lebenswoche wird seine Neugier geweckt. Welpen entwickeln jetzt einen ausgeprägten Erkundungsdrang. Hier ist es wichtig, Welpen vor schlechten Erfahrungen zu bewahren. So vermeidest du Fehlprägungen, aus denen sich Ängste entwickeln könnten.
  4. Sozialisierungsphase: Hunde erlernen zwischen der 8. und 12. Lebenswoche soziale Kompetenz. Viele Welpen leben während dieses Abschnitts noch bei ihrer Mutter. Die Sozialisationsphase ist wichtig, weil der Welpe nun das Miteinander mit Artgenossen und das Zusammenleben mit Menschen erlernt – was natürlich auch euer künftiges Zusammenleben beeinflusst.
  5. Rangordnungsphase: Wie der Name schon sagt wird in dieser Zeit, etwa von der 13. bis 16. Lebenswoche, die Rangordnung in eurem Familienrudel geklärt. Wie man es von trotzenden Kleinkindern kennt, lotet dein Welpe nun genau aus, wie weit er mit seinem Verhalten gehen kann. In dieser Zeit sollte er lernen, dass du der Rudelführer bist.
  6. Rudelordnungsphase: Nun muss dein neuer Mitbewohner noch lernen, sich seiner Rolle im Rudel zu fügen. Du hältst deine Rolle als bestimmter, aber freundlicher Anführer idealerweise konsequent ein, damit dein Liebling lernt, dass immer du das Sagen hast und er dich anerkennt.

Größe: Wie groß wird dein Hund?

Grundsätzlich kann die Größe des Welpen im Alter von 8 Wochen Aufschluss über sein Endmaß (gemessen an der Schulterhöhe) geben:

< 20 cm

Dein Hund wird max. 35 cm groß

20 - 30 cm

Dein Hund wird zwischen 40-50 cm groß

> 30 cm

Dein Hund wird über 50 cm groß

Weitere Hinweise auf das Wachstum und zur Größe des Hundes geben:

  • Rasse: Rassehunde unterliegen festgelegten Standards, denen auch die Größe zugeordnet wird.
  • Geschlecht: In der Regel werden Rüden größer als Hündinnen.
  • Elterntiere: Besonders bei Mischlingswelpen gibt die Größe der Elterntiere nicht immer Aufschluss über das Wachstum. Ist der Vater beispielsweise ein Schäferhund und die Mutter ein Dackel, können die Welpen durchaus unterschiedlich groß werden.
  • Röntgenaufnahmen: Der Tierarzt kann anhand des Abstands der Wachstumsfugen im Knochengerüst die aktuelle Wachstumsentwicklung nachvollziehen und grob einschätzen, wie groß ein Welpe wird.


Mischlingswelpe

Bedürfnisse: Was braucht mein Welpe?

Mit frühestens 8 Wochen können die Welpen in ihr neues Zuhause umziehen. Jetzt liegt es an dir, deinem kleinen Weggefährten in den ersten Wochen der Eingewöhnung den Weg für eine gute Entwicklung zu ebnen:

  • Sicherheit: Gestalte deinen Wohnbereich welpensicher, damit er keine Kleinteile verschluckt und vor Verletzungen geschützt ist.
  • Zeit: Gib deinem Welpen genug Zeit, sein neues Umfeld ausgiebig zu beschnüffeln und in Ruhe kennenzulernen.
  • Unterstützung: Biete deinem Vierbeiner “Rückendeckung”: Deine Geduld und Ruhe wird sich auf deinen kleinen Liebling übertragen und sein Vertrauen stärken.
  • Kontakt: Nimm dir am besten die ersten 14 Tage nach dem Einzug deines Welpen Urlaub, damit ihr euch miteinander vertraut macht und in Ruhe eine Bindung zueinander aufbauen könnt.
  • ausreichend Schlaf: Welpen benötigen ca. 18 Stunden Schlaf am Tag. Ermögliche deinem Vierbeiner ausreichend Entspannung an einem ruhigen Ort.
  • Wärme: Setze deinen Welpen nur über kurze Zeit kalten Temperaturen aus und vermeide Zugluft. Besonders Rassen mit dünnem Haarkleid können sich schnell erkälten.
  • Nahrung: Bei der Welpenernährung ist zunächst vitaminreiches Welpenfutter empfehlenswert, das alle wichtigen Nährstoffe enthält. Stelle deinem Welpen immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung und füttere ihn mehrfach am Tag mit kleinen Portionen.

Unser Tipp: In unseren Beiträgen zum Welpeneinzug und zu "den ersten Tagen und Nächten mit deinem Welpen erhältst du alle wichtigen Infos rund um die Vorbereitung zum Einzug deines Hundebabys und die ersten gemeinsamen Tage zuhause.

Eigenschaften: Was macht einen Welpen aus?

Besonders die Prägungs- und Sozialisierungsphase bis zur 12. Lebenswoche kannst du nutzen, um mit deinem Welpen viele verschiedene Situationen zu erproben und ihm viel beizubringen, denn damit legst du den Grundstein für das weitere Zusammenleben. Dein Welpe baut jetzt eine Bindung zu dir auf, er kontaktiert Artgenossen, fremde Menschen und unbelebte Gegenstände und verknüpft damit positive oder negative Erlebnisse. Zudem lernen und verstehen Welpen die Regeln des Zusammenlebens jetzt leicht, da sich Erfahrungen und Kommandos bis zur 18. Lebenswoche schnell festigen.

Alter: Wie lange ist ein Hund ein Welpe?

Die Welpenzeit vergeht wie im Flug. Ein Hund wird natürlich nicht über Nacht vom Welpen zum Junghund, sondern verändert sich vor allem während des Zahnwechsels zwischen der 16. und 18. Lebenswoche. Obwohl sich kleine Hunderassen grundsätzlich sowohl körperlich als auch geistig schneller entwickeln als die großen Rassen, ist der Beginn und die Dauer der Welpenphase sehr individuell.

Herausforderungen: 6 Tipps zur Welpenerziehung

Dein knuffiges Fellknäuel wickelt so ziemlich jeden um den Finger. Auch du neigst vielleicht dazu, deinem Hundebaby viel durchgehen zu lassen? Ein Patentrezept für die perfekte Erziehung deines kleinen Schützlings gibt es leider nicht. Aber wir haben 6 nützliche Erziehungstipps für dich:

  1. Gewaltfreiheit: Gewalt und Strafe haben in der Welpenerziehung keinen Platz! Bestärke deinen Liebling hingegen positiv bei richtigem Verhalten und ignoriere Fehlverhalten.
  2. Führung: Portioniere das Futter angemessen und stelle ausreichend Spielzeug zur Verfügung. So versteht dein Welpe, dass du sein Leittier bist und er sich auf dich verlassen kann.
  3. Auszeiten: Schaffe dir Freiräume und schränke den Bewegungsspielraum deines Welpen zeitweise ein. So kannst du dich künftig auch allein und frei in deiner Wohnung bewegen und verhinderst, dass dein Welpe möglicherweise Ängste entwickelt.
  4. Manieren: Vermeide, dass dein Hund beim Essen am Tisch sitzt, aufdringlich bettelt oder sogar Essen vom Teller klaut.
  5. Alternativen: Kaut dein Welpe beispielsweise während seines Zahnwechsels an Möbeln, verbiete dies bestimmt, aber freundlich und biete ihm stattdessen ein Kauspielzeug an.
  6. Kommandos: Bringe deinem kleinen Vierbeiner frühzeitig die ersten Grundkommandos bei, wie z. B. “Sitz!” und “Aus!”.

Fazit: So anstrengend die ersten Tage und Wochen auch sein mögen – du wirst dich wundern, wie schnell die ersten Lebenswochen deines kleinen Lieblings an euch vorbeirauschen. Ein Grund mehr, diese kostbare Zeit in vollen Zügen zu genießen. Welche Entwicklungsphase deines Welpen ist dir im Nachhinein in besonders guter Erinnerung geblieben? Und war die größte Herausforderung tatsächlich das Stubenreinheitstraining oder der Schlafmangel der ersten Nächte? Lass’ uns an deinen Erinnerungen teilhaben – wir freuen uns darauf!

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