Entwicklungsphasen beim Hund: Vom Welpen zum Senior

Vom Welpen über den Junghund bis zum adulten Vierbeiner: Deine Fellnase durchlebt die Hundeentwicklungsphasen mit allen Facetten, wie z. B. Sozialisierung und Pubertät, innerhalb von maximal drei Jahren. Das ist nur ein Bruchteil der Zeit, die Menschen zum Erwachsenwerden benötigen. Und wenige Jahre darauf ist aus deinem erwachsenen Hund ein betagter Senior geworden, wie du anhand der Grafik erkennst.

Vergleich Alter mensch und Hund

Wir zeigen dir, welche Bedürfnisse dein Liebling in jeder seiner Entwicklungsphasen hat und welche Herausforderungen sie für dich bereit halten – denn eins steht fest: Langweilig wird es mit deinem Vierbeiner nie.

Entwicklungsphasen des Hundes

Welpenalter: Wegweiser für die Zukunft

Nach etwa 60 bis 65 Tagen Trächtigkeit der Mutter erblickt dein kleiner Vierbeiner zum ersten Mal das Licht der Welt. Die ersten Lebenswochen verbringt er mit seinen Wurfgeschwistern in der sicheren Obhut seiner Mutter. Schon in den ersten Lebenstagen nehmen die Hundebabys Gerüche wahr und können schmecken (neonatale Phase). Die darauffolgende Übergangsphase bis zur dritten Lebenswoche besteht vor allem aus Schlafen und Trinken an den Zitzen der Hündin. In dieser Zeit der Welpenentwicklung öffnen sich auch die Augen und das Gehör entwickelt sich.

Die Sozialisationsphase: Entscheidend für euer Zusammenleben

Nach den ersten Wochen bei seiner Mutter werden Welpen in einem Alter von frühestens 8 Wochen abgegeben. In der Zeit bis zur 12. Lebenswoche, in der sogenannten Prägungs- und Sozialisierungsphase, entsteht die Bindung zu deinem Welpen und er nimmt Kontakt zu anderen und seiner Umgebung auf. Dabei lernt er laufend Neues, macht Erfahrungen und wächst daran. Diese Zeit prägt ihn entscheidend, daher hat sie großen Einfluss auf euer künftiges Zusammenleben.

Das braucht dein Welpe

Dein Welpe soll sich wohlfühlen und sich gut einleben. Du kannst ihm dabei helfen:

  • Bedürfnisse: Die ersten Tage und Nächte mit Welpe sind besonders aufregend. Dein Welpe braucht nun genug Zeit, um sich einzugewöhnen und dich kennenzulernen. Dabei hilft es ihm und eurer Bindung, wenn er merkt, dass er sich auf dich verlassen kann. Um alle Eindrücke zu verarbeiten, dürfen Welpen ruhig mehr als zwei Drittel des Tages schlafen – am besten an einem ruhigen und warmen Ort.
  • Aktivitäten: Dein Welpe liebt es, seine Umgebung zu erkunden, alles ausgiebig zu beschnüffeln und in Ruhe kennenzulernen. Daher ist es wichtig, dass dein Wohnbereich welpensicher gestaltet ist. Kurze Spaziergänge in die nähere Umgebung sind ebenfalls total aufregend für deinen Kleinen. Entspannung, Erholung und ausgiebiges Kuscheln dürfen natürlich auch nicht fehlen.
  • Ernährung: Dein Welpe bekommt spezielles Welpenfutter, das in seiner Zusammensetzung optimal auf die Bedürfnisse eines wachsenden Hundes abgestimmt ist. Du willst mehr dazu wissen? In unserem Magazin findest du ausführliche Tipps zur Welpenernährung.

Junghund: Leben mit dem Pubertier

Nach der Welpenzeit mit Abschluss der Rangordnungsphase in der 18. Lebenswoche entwickelt sich dein Welpe zum Junghund. Diese Entwicklungsstufe ist geprägt von zwei Entwicklungsphasen:

1. Rudelordnungsphase: Jetzt lernt dein Hund, welche Rolle er im Familienrudel künftig innehat. Er lernt nun, dass er am Ende der Rangordnung steht und erkennt dich in deiner Position als Rudelführer an.


2. Pubertät: Die Pubertät beginnt für gewöhnlich um den 6. / 7. Lebensmonat, kann aber je nach Rasse und Größe deines Hundes auch erst mit 12 Monaten einsetzen. Die Pubertät endet, wenn dein Vierbeiner ausgewachsen ist. Auch hier gibt es Unterschiede je nach Rasse und Größe des Hundes. Die Zeitspanne liegt zwischen 24 und 36 Lebensmonaten.

Das braucht dein Junghund in der Pubertätsphase

Nun liegt der Fokus darauf, deinen Liebling ruhig und liebevoll, aber auch bestimmt und konsequent durch sein Hormonchaos zu navigieren.

  • Bedürfnisse: Die Pubertät fordert deinen Hund auf ganzer Linie. In einem Moment noch aufmüpfig und selbstsicher gegenüber anderen Hunden, zeigt er sich kurze Zeit später ängstlich und schutzbedürftig. Die vielen Reize, die er nun ganz anders wahrnimmt als noch vor wenigen Wochen, stressen und verunsichern ihn. Er ist dadurch schneller müde als sonst. Du bist nun sein sicherer Hafen.
  • Aktivitäten: In dieser Zeit gilt wohl: Die Mischung macht’s. Spaziergänge, auf denen plötzlich Hündinnen oder Rüden wahnsinnig attraktiv und interessant erscheinen, gehören genauso dazu, wie geduldige Trainingseinheiten, um beispielsweise das plötzlich nicht mehr tolerierte Autofahren zu üben.
  • Ernährung: Weder sein Lieblingsfutter, noch Leckerlis können deinen “Teenager” locken? Sehr aufregende Tage können durchaus vorübergehende Appetitlosigkeit hervorrufen. Grundsätzlich hat dein Hund im Wachstum jedoch einen hohen Energiebedarf und sollte daher seinem Alter entsprechendes Hundefutter mit ausreichend Nährstoffen erhalten.

Unser Tipp: Immer die Nerven behalten! Trotz einiger Herausforderungen kannst du deinen flegeligen Vierbeiner erzieherisch unterstützen. Wie dir das gelingt, erfährst du in unserem Beitrag “Pubertät bei Hunden: So meisterst du die Flegelphase”.

Erwachsener Hund: Voll im Leben

Wann dein Hund erwachsen ist, ist rasseabhängig. Doch grob lässt sich dafür ein Alter von 24 bis 36 Monaten angeben, in dem dein Hund ausgewachsen ist. Seine Knochen und Gelenke sind vollständig ausgebildet.

Das braucht dein erwachsener Hund

In der Blüte seines Lebens strotzt dein Vierbeiner nur so vor Power und Kraft. Gerade agile Rassen freuen sich nun über Auslastung.

  • Bedürfnisse: Erwachsene Hunde sind weitestgehend selbstständig und routiniert im Alltag. Ihr kennt eure Marotten und könnt euer Zusammenleben auf eure Bedürfnisse und Gewohnheiten abstimmen – so seid ihr ein optimal aufeinander eingespieltes Team.
  • Aktivitäten: Deiner Fantasie sind nun nahezu keine Grenzen gesetzt, was gemeinsame Unternehmungen betrifft. Wie wäre es mit Agility-Training und Parcours-Übungen im Wald? Geschickt überwindet ihr Hindernisse wie Baumstümpfe oder Bänke und gleitet über schmale Baumstämme oder Mauern. Auch gemeinsames Apportier-Training, Schwimmen mit Hund, Radfahren oder Joggen machen jetzt richtig Spaß zusammen. Oder plant doch in diesem Jahr euren Wanderurlaub mal mit Hund.
  • Ernährung: Je nach Rasse und Aktivitäten sollte das Hundefutter natürlich die Energie und Nährstoffe liefern, die dein ausgewachsener Hund braucht. Wenn du dir unsicher bist, berät dich dein Tierarzt oder ein Hundeernährungsberater gern dazu.

Hundesenior: In der Ruhe liegt die Kraft

Noch vor einem Jahr ist dein Hund mit seinen Artgenossen auf der Hundewiese herumgetollt und hat im Sommer das Schwimmen genossen. Doch inzwischen beobachtet er seine Freunde lieber aus der Ferne statt aktiv mitzuspielen. Auch an eurem Lieblingssee legt er sich nur gemütlich ans Ufer oder kühlt sich im flachen Wasser ab – dein Hund wird alt. Einem Hundesenior wächst graues Fell um die Schnauze, was sich von dort mit der Zeit über den gesamten Körper ausbreitet. Auch sein Fell wirkt stumpfer, die Zähne färben sich gelb bis braun oder fallen sogar aus.

Das braucht dein Hundesenior

Dein ergrauter Vierbeiner hält sich nun gern an dich und seine gewohnte Umgebung, weil seine Sinne und Fähigkeiten nachlassen, sich unter Fremden oder in neuer Umgebung zurechtzufinden.

  • Bedürfnisse: Die Sehkraft und das Gehör deiner Fellnase werden schlechter. Nicht selten leiden alte Hunde an einer oder mehrerer dieser Krankheitsbilder:
  • Altersdiabetes
  • Arthritis
  • Zahnschmerzen / Zahnausfall
  • Herzerkrankungen
  • Nebennierenüberfunktion
  • Inkontinenz
  • Übergewicht

Möglicherweise wirkt dein Vierbeiner auch eigenwilliger als gewöhnlich? Das ist kein Wunder, schließlich wird dein alter Hund vergesslich und lernt nicht mehr so gut wie in jungen Jahren. Hundesenioren geraten zudem schneller unter Stress, weil sie viele Situationen und Veränderungen im Alltag nicht mehr so gut einschätzen können.

  • Aktivitäten: Dein Vierbeiner bewegt sich langsamer, sein Gang wirkt steifer und er ist nicht mehr so wendig wie bisher. Ist er bis vor Kurzem noch auf das Sofa gesprungen, braucht er nun möglicherweise eine Hundetreppe, um zu seinem Lieblingsplatz zu gelangen. Du kannst ihm entgegenkommen, indem du kurze Gassirunden mit ihm unternimmst, ihn mit leichten Massagen verwöhnst, die seine Durchblutung fördern, und ihm ansonsten die Ruhe gönnst, die er braucht.
  • Ernährung: Senior-Hunde brauchen weniger energiereiches Futter – schließlich bewegen sie sich auch deutlich weniger. Kleine Portionen von speziellem, ballaststoffreichem Seniorfutter sind zudem leichter verdaulich.

Fazit: Wie du siehst, ist jedes Hundealter spannend und herausfordernd für dich und deinen Vierbeiner. Eines ist jedoch sicher: Dein Hund liebt dich sein ganzes Leben und ist trotz einiger Zipperlein im hohen Alter stets dein treuer Begleiter!

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